Sonntag, 7. März 2004

YLine-Pleite: Montag tagte der Gläubigerausschuss

  • Ergebnisse noch nicht bekannt
  • Bilanzskandal von 2001 zieht immer noch Kreise

Im Bilanzskandal um die 2001 Pleite gegangene Wiener Internetfirma YLine wurde am Montag über eine Vorentscheidung über ein Zwangsausgleich beraten. Ex-Yline-Chef Werner Böhm - gegen ihn und 21 weitere Personen wird wegen YLine auch strafrechtlich ermittelt - hatte knapp zweieinhalb Jahre nach der Pleite einen Zwangsausgleichsantrag gestellt.

Am Montag sollte im Gläubigerausschuss über diesen Antrag beraten werden. Ob der Zwangsausgleich tatsächlich zustande kommen wird, war zuletzt noch nicht bekannt. Der Hauptgläubiger IBM, dessen Forderungen über rund 16 Mio. Euro der Masseverwalter bisher nicht anerkannt hat, hatte zuletzt erklärt: "Wenn der Zwangsausgleich wirklich droht, sprich wenn das Handelsgericht einen Tagsatzungstermin festsetzt, werden wir eine Feststellungsklage einbringen."

Damit würden sich die Verbindlichkeiten der YLine um weitere 16 Mio. Euro auf rund 24 Mio. Euro erhöhen. Da dem bisher nur ein Massevermögen von 2,4 Mio. Euro gegenübersteht, wäre die Mindestquote von 20 Prozent nach derzeitigem Stand nicht mehr erreichbar.

Böhm will aber neue Finanzpartner präsentieren, die ihm zusätzlich rund 2,4 Mio. Euro bereitstellen. In Gläubigerschutzkreisen sind Böhms Partner unbekannt, es soll sich aber um Firmen handeln, die seinerzeit zu YLine in engerer Geschäftsbeziehung standen. Trotz der IBM-Forderung sei so der Ausgleich zu finanzieren.
(apa, red)

7.3.2004 16:33