Mittwoch, 3. März 2004

Wifo-Studie: Beschäftigung in Österreich stagniert seit 2000

  • Nachgefragtes Arbeitsvolumen schrumpft um 1 Prozent
  • 302.319 Österreicher waren im Februar ohne Job!

Eine neue Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) stellt die österreichische Beschäftigungsstatistik in ein etwas anderes Licht, als das die Regierung generell tut: Bereinigt um alle nicht wirklich aktiven Arbeitsverhältnisse, wie Karenz- und Kindergeldbezieher, Präsenzdiener sowie Umschulungs-Teilnehmer, ist die Beschäftigung zwischen 2000 und 2003 annähernd gleich geblieben.

Berücksichtigt man zudem noch die Verschiebung von Vollzeit- zu Teilzeitarbeit, ist das nachgefragte Arbeitsvolumen sogar um ein Prozent geschrumpft. Von der Regierung wird hingegen für den fraglichen Zeitpunkt eine Zunahme der Beschäftigung in Österreich um 51.000 proklamiert.

"Von einer Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt kann also nicht die Rede sein", sagte Wifo-Experte Ewald Walterskirchen, der die von der AK in Auftrag gegebenen Studie gemeinsam mit Hedwig Lutz erstellt und am Mittwoch in Wien vorgestellt hat. Arbeiterkammer- Präsident Tumpel betonte, dass die Behauptung der Regierung, es gebe Rekordbeschäftigung in Österreich, damit widerlegt sei.

Die unselbstständige Beschäftigung ist in Österreich laut offiziellen Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger von 3,133.700 im Jahr 2000 auf 3,184.800 im Vorjahr gestiegen. Das wäre ein Plus von 51.100 Arbeitnehmern bzw. 1,6 Prozent.

Rund 90 Prozent des Anstieges waren im untersuchten Zeitraum laut Walterskirchen allerdings auf die neue Kindergeldregelung (neue Beziehergruppen, längere Dauer) zurückzuführen. Rechnet man diese Gruppe und die Präsenzdiener heraus, bleibt laut Walterskirchen eine Steigerung um rund 6.000 Personen bzw. um 0,2 Prozent übrig. Doch auch dieses Plus von 6.000 erweist sich als trügerisch, weil es Dauerkrankenstände, Altersteilzeit oder Vorruhestandsmodelle bei Beamten nicht beinhält. (APA)

3.3.2004 15:14