Mittwoch, 3. März 2004

Lkw-Maut: Frächter klagen über Verwaltungsaufwand

  • Diskrepanzen bei Abrechnungen und fehlerhafte Mautportale

Mit einer im "Großen und Ganzen positiven Zwischenbilanz" zur Lkw-Maut, jedoch mit Lösungsvorschlägen zur Verbesserung der Abläufe meldeten sich am Mittwoch die steirischen Transportunternehmer zu Wort: Eine Zwischenbilanz nach zwei Monaten zeige "explodierenden Verwaltungsaufwand und Probleme bei den Benutzern des Mautsystems, so Oliver Käfer, Geschäftsführer der Fachgruppe Güterbeförderung der steirischen Wirtschaftskammer bei einem Pressegespräch im Cargo Center Graz-Werndorf.

Aus Mitgliederkreisen würden sich Beschwerden über fehlerhaftes Funktionieren des Mautsystems häufen, so Käfer. Es bestehe Verständnis für das Auftreten von Problemen in der Anlaufphase, diese dürften allerdings nicht zu Lasten der Nutzer gehen, hieß es. In allen Fällen bei nicht zweifelsfreien Verschulden bei der Abrechnung fordere man eine Nachsicht bis Mitte des Jahres. Bis jetzt habe die Zusammenarbeit mit der Errichterfirma Europpass und der Asfinag gut funktioniert, aber man möchte Probleme aufzeigen und Lösungen vorschlagen.

Feststellbar sei ein "explodierender Verwaltungsaufwand" durch umfangreiche Einzelleistungsnachweise. Eine Spedition mit 25 Lkw im innerstaatlichen Verkehr komme auf 1.000 Seiten für den gesamten Fuhrpark im Monat. Allein auf der A2 zwischen dem Knoten Wien-Inzersdorf und der Staatsgrenze bei Arnoldstein gebe es 63 Mautportale, was einen Einzelleistungsnachweis mit 63 Zeilen für eine Fahrt ergebe. Man fordere deshalb eine einfachere Gestaltung der Mautabrechnung bis Mitte des Jahres.

Es komme auch vor, dass Mautbalken bei Durchfahrt nicht reagierten, die Go-Box keinen Ton von sich gebe und die Abbuchung unterbleibe - was als Mautprellerei gewertet werde. Der Fahrer müsse dann innerhalb von fünf Stunden und 70 Kilometern Radius die nächste Vertriebsstelle anfahren, ansonsten wird der Fahrer - meistens aber der Zulassungsbesitzer - als Mautpreller gewertet. Diese Wege kosteten Zeit. Gefordert wird ein Nachrüsten "durch eine intelligente Kommunikation".

Weiters gebe es Differenzen zwischen Einzelleistungsnachweis und tatsächlicher Abrechnung und teilweise lange Wartezeiten durch die Übertragungsraten bei Abrufung des Nachweises. Diesbezüglich wird von den Frächtern eine "hundertprozentige Identität zwischen Einzelleistungsnachweis und Abrechnung gefordert. (APA/Red.)

3.3.2004 14:42