Privatisierung: ÖIAG soll 13 Mio. an Berater gezahlt haben
- SPÖ-Kräuter: Keine Michaelis-Verlängerung ohne Aufklärung
- ÖIAG-Vorstand: Michaelis will weiter Chef bleiben
Die ÖIAG hat laut SPÖ im vergangenen Jahr 12,6 Mio. Euro an Beraterhonoraren hauptsächlich für Leistungen rund um die Privatisierungen gezahlt. Dies berichtet eine Tageszeitung unter Berufung auf eine am Dienstag eingebrachte parlamentarische Anfrage. SP-Rechnungshofsprecher Kräuter will von Finanzminister Grasser Aufklärung, wer welche Honorare wofür erhalten hat.
Die entsprechenden Informationen seien ihm aus der ÖIAG zugespielt worden, sagt Kräuter. Die ÖIAG gebe zu Beraterhonoraren "prinzipiell keine Auskunft", erklärt eine ÖIAG-Sprecherin dazu.
Im Detail sind laut Anfrage von der ÖIAG alleine im Jahr 2003 an Honoraren für Berater gezahlt worden: Bei der Privatisierung der Voest-Alpine 6,2 Mio. Euro, für Böhler-Uddeholm 3,025 Mio. Euro, um die Postbus AG an die ÖBB zu verkaufen 1,05 Mio. Euro, 920.000 Euro für Beratungen im Zusammenhang mit der Post AG, 300.000 Euro für Beratungen im Fall der Telekom-Austria und 250.000 Euro für Beratungen, die die VA-Tech betrafen.
Besonders auffällig seien weitere 915.000 Euro, die die ÖIAG im Jahr 2003 an Beratungsfirmen für deren Leistungen bei der Privatisierung des Dorotheum überwiesen hat, meint Kräuter. Der Verkauf des Dorotheum erfolgte nämlich bereits im September 2001. Auch dazu wollte die ÖIAG-Sprecherin gegenüber der Zeitung keinen Kommentar abgeben.
SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter fordert ÖIAG-Aufsichtsratschef Alfred Heinzl auf, bei der Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag die Vertragsverlängerung von ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis von der Tagesordnung zu nehmen. Die millionenschweren Beraterhonorare seien "höchst aufklärungsbedürftig. Solange die nicht auf Punkt und Beistrich erklärt sind, darf es keine Verlängerung geben", erklärte Kräuter am Dienstagabend gegenüber der APA. (APA/Red.)
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