Bush-Appell: Steuervorteile für US-Firmen abschaffen
- Reaktion auf millionenschwere Strafzölle der EU
- Briefkastenfirmen sollen keine Steuer-Vorteile mehr haben
Als Reaktion auf die millionenschweren Sanktionen der EU hat US-Präsident George W. Bush an den Kongress in Washington appelliert, so rasch wie möglich die umstrittenen Steuervorteile für US-Firmen zu annullieren. Bush forderte am Montag in Washington das Parlament auf, die Gründe für die Strafzölle der Europäischen Union "zu beseitigen".
Andernfalls könnten die europäischen Sanktionen im Laufe des kommenden Jahres zu einer wachsenden Belastung für US-Exporteure, Arbeiter und die "gesamte Wirtschaft" der Vereinigten Staaten werden, warnte der Präsident.
Streitpunkt ist eine Regelung im US-Steuerrecht, die es einheimischen Konzernen erlaubt, über Briefkastenfirmen in Steueroasen bis zu 30 Prozent an Abgaben zu sparen. Damit können sie aus Sicht Brüssels auf Auslandsmärkten deutlich günstiger anbieten als die Konkurrenz. Derzeit existieren zwischen 4000 und 5000 dieser Foreign Sales Corporations. Die am Montag von der EU verhängten Strafzölle betreffen unter anderem Agrarprodukte wie Getreide und Fleisch, Rohstoffe wie Metalle und Holz und Maschinen. Die Zölle sollen jeden Monat steigen. Nach Angaben der EU-Kommission können sie in diesem Jahr eine Summe von bis zu 315 Millionen Dollar erreichen, wenn die Steuervergünstigungen für so genannte Foreign Sales Corporations (FSC) nicht gestrichen werden.
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