Telekom: TA-Chef Sundt wehrt sich gegen Vorwurf der Kursmanipulation
- Unerwarteter Kurssprung wirft schiefes Licht auf TA-Manager
- 100 TA-Manager teilen sich eine 8,9 Mio.-Prämie
Letzte Woche lief das 9 Mio. Euro schwere Aktienoptionsprogramm der Telekom Austria aus. Der Kurs lag knapp vor Schluß immer noch unter der Prämiengrenze für die TA-Manager. In buchstäblich letzter Minute tauchte ein Riesenordner auf der die Auszahlung von 8,9 Mio. Euro an 100 TA-Manager garantierte. Telekom-Chef Heiz Sundt wehrt sich gegen die Vorwürfe eine gezielte Kursmanipulation betrieben zu haben.
TA-Chef Heinz Sundt wehrt sich unterdessen vehement gegen den Vorwurf der Kursmanipulation durch die TA selbst. "Ich nehme für die Telekom Austria kategorisch in Anspruch, dass keine wie immer gearteten Maßnahmen gesetzt wurden, um den Aktienkurs zu beeinflussen oder gar zu manipulieren", wird Sundt im "Kurier" zitiert. Er habe "kein Problem mit der Prüfung."
Kurssprung sei nicht gezielt verursacht worden
Der TA-Chef, der nach eigenen Angaben selbst 390.000 Euro brutto kassiere, sehe in der raschen Kurssteigerung keinen Beweis für gezielte Käufe: "In den vier Handelstagen davor hat es jeweils eine Gegenbewegung geben. Durch massive Verkäufe ist der Kurs jeweils im letzten Moment deutlich gesunken." Die rege Nachfrage gehe darauf zurück, dass die TA-Aktie in einigen Indizes der Investmentbank Morgan Stanley (MSCI-Indizes) ab März höher gewichtet seien, zitiert das Blatt Sundt weiter.
Der ÖIAG stellt sich voll hinter die wegen des Aktienoptionsprogramms unter Kritik geratene TA-Führung. Das Management der Telekom Austria genieße "das volle Vertrauen der ÖIAG für seine erbrachten Leistungen", betonte die ÖIAG. Die Prämie selbst ist für Sundt gerechtfertigt. Seit dem Börsegang im Herbst 2000 sei der Wert der TA um 1,35 Mrd. Euro auf derzeit 5,85 Mrd. Euro gestiegen. Außerdem hätten die TA-Manager für die jetzt fällige Option selbst 4,5 Mio. Euro in die eigene Aktie investiert.
Künftig werde es wieder ein Stock-Options-Programm für etwa 200 Manager geben. Allerdings soll die Option nicht an den Aktienkurs, sondern an andere Erfolgs-Ziele gebunden werden: "Ich bin für den Gewinn pro Aktie als Messgröße", so Sundt im "Kurier".
Manager erhalten 8,9 Mio. Euro Prämie
Das 9 Mio. Euro schwere TA-Aktienoptionsprogramm, das letzte Woche ausgelaufen war, hatte wie berichtet eine schiefe Optik bekommen, weil eine Riesenorder in der Schlussauktion an der Wiener Börse den mehr als 100 TA-Managern buchstäblich in letzter Minute die Ausübung des Optionsprogramms, die an einen bestimmte Kurswert gekoppelt war, ermöglichte. Der TA-Kurs hatte für die Ausbezahlung im Durchschnitt von Freitag, 20. Februar, bis Donnerstag, 26. Februar, über 11,70 Euro liegen müssen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte daraufhin eine Untersuchung wegen Verdachts auf Kursmanipulation eingeleitet. (APA/Red.)
Cannes21:21
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben

