Montag, 1. März 2004

Globalisierungs-Ranking: Österreich einen Platz auf Rang 9 abgerutscht

  • Osterweiterung als Globalisierungsmotor für Österreich
  • Tourismus: Österreich die beliebteste Destination weltweit

Bei dem aktuellen Globalisierungsranking, das jährlich vom US-Managementberater A.T. Kearney herausgegeben wird, ist Österreich heuer um einen Platz auf Rang 9 abgerutscht. Den Spitzenplatz hält wie bereits im Vorjahr das "Wirtschaftswunder" Irland. In das Ranking fließen Größen wie Bruttoinlandsprodukt (BIP), Import- und Exportvolumen ein.

Österreich hat bei der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen internationalen Integration einen Platz eingebüßt. Laut der aktuellen Globalisierungsstudie des US-Managementberaters A.T.Kearney hat sich Österreich von Platz 8 im Jahr 2001 auf Rang 9 im Folgejahr verschlechtert. Platz 1 ging wie schon im Jahr zuvor an Irland. Insgesamt habe 2002 die weltweite wirtschaftliche Integration das niedrigste Niveau seit 1998 erreicht, so A.T.Kearney-Globalisierungsexperte Stephan Horvath in einer Aussendung von heute, Montag.

Positive Osterweiterung
Als Globalisierungsmotor habe sich in Österreich die Osterweiterung herausgestellt. Die heimischen Auslandsinvestitionen fließen bereits zum Großteil in Staaten Zentral- und Osteuropas, so A.T.Kearney. Einmal mehr ist Österreich seinem Ruf als Tourismusland gerecht geworden.

Die Gesamtexporte Österreichs stiegen der Studie zu Folge um 9 Prozent von 100,2 Mrd. Dollar ((80,7 Mrd. Euro) auf 108,9 Mrd. Dollar. Die Importe nahmen gleichzeitig um 5 Prozent auf 104,6 Mrd. Dollar zu. Das Gesamt-Handelsvolumen gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank zuletzt zwar leicht, liege mit 104 Prozent aber noch immer an dritter Stelle in Westeuropa und nach wie vor deutlich über jenen von Ländern wie Deutschland (69 Prozent) oder Frankreich (53 Prozent), betonte Horvath.

Tourismusland Österreich
Einmal mehr sei Österreich seinem Ruf als "Tourismus-Weltmeister" gerecht geworden. In Relation zur Bevölkerungszahl sei Österreich die beliebteste Destination weltweit und verzeichnet 2,3 Gäste pro Einwohner. Mit 18,6 Mio. Gästen sie Österreich auch in absoluten Zahlen weiterhin die fünftbeliebteste Destination in Europa.

Zu den negativen Entwicklungen gehöre der mangelnde Zufluss ausländischen Kapitals. Österreich konnte sich demnach dem internationalen Trend nicht entziehen und verzeichnete einen Absturz um drei Viertel auf 1,5 Mrd. Dollar.

In der Kategorie "Politisches Engagement" besetzt Österreich nach A.T.Kearney-Angaben Platz 1 des Globalisierungsindex: Alle bedeutenden internationalen Abkommen der letzten zehn Jahre wurden von Österreich unterzeichnet, darunter die Chemiewaffen-Konvention, das Landminen-Abkommen oder die Konvention zur Kinderarbeit. Bei den Beiträgen zu UN-Friedensmissionen rangiert Österreich hinter Neuseeland und Portugal auf Platz 3. (apa)

1.3.2004 16:32