Montag, 1. März 2004

Confusione al Alitalia: Neuer Chef "Verlegenheitslösung"

  • Abbau von 2.700 Arbeitsplätze steht weiterhin im Raum
  • Die Gesellschaft verliert täglich etwa 1 Million Euro

Die angeschlagene Alitalia fliegt auch weiter durch schwere Turbulenzen: Nachdem am vergangenen Freitag Geschäftsführer Francesco Mengozzi seinen Hut nehmen musste, ist völlig unklar, wie sein Nachfolger Marco Zanichelli die staatliche Airline aus der Misere zu führen gedenkt. Was Mengozzi letztlich zum Verhängnis wurde, war sein Sanierungsplan, der den Abbau von 2.700 Arbeitsplätzen vorsieht.

Streiks und Proteste waren die Folge. Jedoch scheint es bisher keine Alternative zu den Stellenkürzungen zu geben. Verkehrsminister Pietro Lunardi kündigte am Wochenende an, bei der Gesellschaft müssten eventuell bis zu 4.000 Posten wegfallen, um den drohenden Konkurs abzuwenden.

"Generaldirektor Zanichelli zum neuen Chef zu machen, kann wohl nur eine Verlegenheitslösung sein. Vom Regen in die Traufe", meinen Wirtschaftsexperten in Rom. Der bisherige Plan hatte die italienischen Gewerkschaften so sehr erzürnt, dass sie jegliche Verhandlungen mit der Regierung komplett auf Eis legten und monatelang streikten. Aber auch nach dem Führungswechsel ist mangels neuer Ideen kein Ende der Arbeitskämpfe in Sicht. Zanichelli dementierte indessen eilends die Ankündigung Lunardis und erklärte, der Abbau von 4.000 Stellen entspreche nicht seinen Berechnungen.

Schätzungen zufolge verliert die Gesellschaft, die insgesamt 22.000 Menschen beschäftigt, täglich etwa eine Mio. Euro. Die Verluste für das Geschäftsjahr 2003 sollen Prognosen zufolge bei rund 450 Mio. Euro liegen. "Wenn nicht bald etwas Grundlegendes passiert, wird Alitalia die gleiche Pleite erleben wie bereits die Swissair und die belgische Sabena", sagen Experten. (APA)

1.3.2004 15:19