GP von Australien: Schumacher siegt vor Barrichello
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Weltmeister Michael Schumacher hat am Sonntag den ersten Saisonlauf der Formel-1-WM 2004 eindrucksvoll dominiert. Der 35-jährige Deutsche setzte sich im Grand Prix von Australien in Melbourne klar vor seinem Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello (BRA) sowie dem Spanier Fernando Alonso im Renault durch. Der Vorarlberger Christian Klien beendete sein Debütrennen nach auf Platz elf.
Die restliche Konkurrenz sah dagegen von Beginn weg "rot", denn Ferrari fuhr an diesem Tag die Gegner regelrecht in Grund und Boden. "Das war ein perfektes Rennen - vom Anfang bis zum Ende", lautete der treffende Kommentar von Schumacher, der den Grand Prix von Australien nach 2000, 2001 und 2002 zum bereits vierten Mal gewann und nun bei 71 GP-Siegen hält. "Zu Beginn hatte ich allerdings hart mit Rubens zu kämpfen, da konnte ich mir keinen Fehler erlauben. Es ist fantastisch, Australien mit zwei Zählern mehr zu verlassen, als ich im Vorjahr nach drei Rennen hatte. Ich war zwar vor dem Saisonbeginn überaus zuversichtlich, doch eine solche Leistung habe ich nicht erwartet."
Während das Ferrari-Duo einen optimalen Start erwischte, verzeichnete der aus Position drei ins Rennen gegangene Williams-BMW-Pilot Montoya nach einem Zweikampf mit Blitzstarter Alonso einen Verbremser und wurde gleich auf Rang sieben durchgereicht. Doch auch ohne diesen Schnitzer wäre der Kolumbianer chancenlos gewesen. Denn Pole-Mann Schumacher und Barrichello flogen in ihren "roten Raketen" dem Rest des Feldes auf und davon, nur Alonso wurde nicht sofort zum Statisten degradiert. Nach 19 Runden und der ersten Boxenstopp-Phase lag aber auch der Jungstar bereits mehr als zehn Sekunden hinter "Schumi".
"Ich war sicherer Dritter und bin im Niemandsland mein eigenes Rennen gefahren", meinte Alonso, der nach den zweiten Stopps bereits 31,1 Sekunden Rückstand auf den "down under"-Dominator aufwies, nach der Siegerehrung. Hinter dem Iberer folgten Ralf Schumacher und sein Teamkollege Montoya auf den Rängen vier und fünf, während es für das vierte Topteam eine vernichtende Niederlage setzte. Bereits in Runde 40 wurde Vorjahressieger David Coulthard im McLaren-Mercedes von Michael Schumacher überrundet, am Ende musste der Schotte im extrem stumpfen Silberpfeil froh sein, als Achter hinter dem Engländer Jenson Button im BAR-Honda sowie dem Italiener Jarno Trulli im Renault wenigstens noch einen WM-Punkt zu retten.
Für Coulthards Teamkollegen, Vizeweltmeister Kimi Räikkönen, kam es sogar noch schlimmer. Wegen eines Motorschadens drehte der "Iceman" aus Finnland nicht einmal zehn Runden im Albert Park. Damit führte die "Sternenflotte" an diesem Wochenende nur ein Klassement an, wobei sie auf diese Spitzenposition gerne verzichtet hätte: McLaren-Mercedes verzeichnete nämlich als einziges der zehn Teams einen Motorschaden! "Das war ein alles andere als zufrieden stellendes Wochenende für uns", lautete das Statement von Coulthard, während Teamchef Ron Dennis in typisch britischer Art erklärte: "Zu sagen, dieses Wochenende war schwierig für uns, ist eine glatte Untertreibung. Diese schwache Leistung ist aber auch auf die kühlen Temperaturen hier zurückzuführen, die ein Nachteil für alle Teams mit Michelin-Reifen waren."
Da zur Startzeit Luft- und Asphalttemperaturen von nur 18 bzw. 24 Grad Celsius sowie hohe Luftfeuchtigkeit von 73 Prozent - also optimale Verhältnisse für Ferraris japanischen Reifenpartner Bridgestone - herrschten, warnte Triumphator Schumacher auch vor übertriebener Euphorie: "Wir müssen jetzt mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben, denn die Wetterbedingungen hier sind uns wohl besser entgegenkommen als den anderen. Wir müssen jetzt abwarten, was in zwei Wochen in Malaysia, wo es viel heißer ist, passieren wird. Man sollte nicht nach nur einem Rennen schon WM-Prognosen machen." Alonso wagte trotzdem eine: "Ich denke, dass wir erst frühestens im vierten Rennen, also beim Europa-Auftakt in Imola, in der Lage sein könnten, die Ferrari-Dominanz zu brechen."
| Endstand des GP von Australien: | ||||
| 1. | Michael Schumacher | GER | Ferrari | 1:24:15,757 |
| 2. | Rubens Barrichello | BRA | Ferrari | +13,606 |
| 3. | Fernando Alonso | ESP | Renault | 34,673 |
| 4. | Ralf Schumacher | GER | Williams | 1:00,423 |
| 5. | Juan Pablo Montoya | COL | Williams | 1:08,536 |
| 6. | Jenson Button | GBR | BAR | 1:10,598 |
| 7. | Jarno Trulli | ITA | Renault | 1 Runde |
| 8. | David Coulthard | GBR | McLaren | 1 Runde |
| 9. | Takuma Sato | JPN | BAR | 1 Runde |
| 10. | Giancarlo Fisichella | ITA | Sauber | 1 Runde |
| 11. | Christian Klien | AUT | Jaguar | 2 Runden |
| 12. | Cristiano Da Matta | BRA | Toyota | 2 Runden |
| 13. | Olivier Panis | FRA | Toyota | 2 Runden |
| 14. | Giorgio Pantano | ITA | Jordan | 3 Runden |
schnellste Runde: Michael Schumacher (1:24,125)
out: Heidfeld, Massa, Bruni, Webber, Baumgartner, Räikkönen
(apa/red)
