Donnerstag, 4. März 2004

Lächerlich: "Bild"-Zeitung attackiert Klien wegen Uralt-Sager!

  • Deutsche zündeln, weil er nicht vor Schumi auf die Knie fällt
  • PLUS Diskussion: Muss sich Klien sowas gefallen lassen?

Noch bevor die Formel-1-Saison begonnen hat, hacken die Deutschen schon auf Christian Klien herum! Der Auslöser ist ein uralter Sager: Vor drei Monaten (!) meinte der Vorarlberger in einem Interview, Michael Schumacher sei "steif" und wirke "arrogant". Obwohl Klien seine Aussagen schon vor Ewigkeiten relativiert und seinen Respekt für den sechsfachen Weltmeister bekundet hat, fängt die "Bild"-Zeitung jetzt zu zündeln an: "Was will der denn? Neuer Ösi beleidigt unseren Schumi" titelte das deutsche Boulevardblatt am Donnerstag.

"Ich werde noch hier in Melbourne versuchen, mich mit Michael zu treffen, um das Ganze zu besprechen", betonte der Jaguar-Pilot, der bisher noch keinen Kontakt zum sechsfachen Champion hatte, am Donnerstagnachmittag. "Das, was ich damals gesagt habe, ist falsch rübergekommen. Entschuldigen muss ich mich dafür aber sicher nicht bei ihm."

Aufregung auch um Montoya
Während Kliens uralter Sager nur in Deutschland für Wirbel sorgte, schlug Montoyas überstürzter Abbruch eines Sponsortermins vor allem in den australischen Medien hohe Wellen. Der BMW-Pilot hatte am Mittwoch wutentbrannt einen Pressetermin von Teamsponsor Allianz verlassen. Geplant war, dass der Kolumbianer nach der Pressekonferenz mit einigen der zahlreich geladenen Gästen auf einer eigens angemieteten Rennstrecke ein paar Runden in einem BMW-Tourenwagen drehen sollte. Doch soweit kam es nicht.

Komiker machten den Kolumbianer fertig
Zwei Komiker vom australischen Fernsehsender "Channel 7", die ähnliche Späße pflegen wie das Team der ORF-Sendung "Echt Fett", trieben den Südamerikaner nämlich mit ihren Blödeleien binnen kürzester Zeit derart zur Weißglut, dass dieser nicht einmal von den anwesenden Allianz-Granden beruhigt werden konnte und schließlich verärgert abrauschte. Damit war der als großes Event geplante Termin bereits nach nur wenigen Minuten vorzeitig zu Ende gegangen.

Sponsor verärgert, Montoya ist's egal
"Ich verhalte mich immer professionell und erwarte auch von anderen, dass sie sich professionell verhalten. Außerdem habe es überhaupt nicht lustig gefunden, dass jemand gefragt hat, ob ich mit seiner Großmutter Golf spielen will. Ich bin deshalb aufgestanden und habe mich entschuldigt und bin gegangen, ich war zu niemandem rüde", versuchte Montoya am Donnerstag, seine "Flucht" zu rechtfertigen. Auch Teamchef Frank Williams habe Verständnis für seine Reaktion gezeigt. Der Teamsponsor reagierte dagegen wenig überraschend mit Unverständnis, was Montoya allerdings vollkommen gleichgültig war. "Denn der hat ja die beiden Typen reingelassen", betonte der WM-Dritte der vergangenen beiden Saisonen.

Weltmeister Michael Schumacher meinte zum Wirbel um Montoya, der Williams-BMW ja bekanntlich mit Saisonende Richtung McLaren-Mercedes verlassen wird: "In der Formel 1 zu leben, bedeutet immer viel Spannung. Und manchmal hat man eben auch schlechte Tage. Ich weiß nicht, wie ich in so einer Situation reagiert hätte."

(apa/red)

4.3.2004 10:22
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts