Mysteriöser Kandidat: Wer steht hinter Fiedler, woher kommt das Geld?
- Fiedler: "Habe Unterstützer in VP & SP". Fischer fordert: "Er soll Namen nennen"
- PLUS: Mitstimmen bei der Präsidenten-Umfrage!
·Wer soll in die Hofburg einziehen?
Mitstimmen & schauen, wer im Finish führt!
·Klarstellung
Fiedler: 'Will nicht VP eins auswischen'
·Fischer fordert
Fiedler soll Unter- stützer nennen
·Für Schüssel
Fiedler keine Ferrero-Konkurrenz
·Polit-Bombe
Fiedler hat VP- & SP-Unterstützer
·Ja zu Fiedler
Steuerzahler-Chef führt Komitee an
·Fiedler als BP
Medien gehen hart ins Gericht!
Die mögliche Kandidatur von Rechnungshof-Präsident Franz Fiedler um das Präsidentenamt, brachte ein wenig Schwung in den bisher etwas flauen Kampf um die Hofburg. Nachdem sich der Präsident des "Vereins der Steuerzahler", Franz Burkert, als Leiter des Unterstützungs-Komitees geoutet hat, stellt sich nun die Frage, wo Fiedler das Geld für den Wahlkampf hernehmen will. Stammt die kolportierte Summe von 5 bis 7 Millionen Euro etwa von Frank Stronach? Oder doch von Raiffeisen oder der Industriellenvereinigung. Ist Franz Fiedler gar ein Kandidat von Haiders Gnaden? FORMAT gibt die Antworten.
Rund um die Dampfschiffgasse, den Sitz des Rechnungshofs, wurden in den ersten Februarwochen dieses Jahres gleich mehrmals zwei Herren gesichtet: der eine groß gewachsen und brünett, der andere kompakt und weißhaarig. Einmal zogen sich Haider-Intimus Mathias Reichhold und Magna-Chef Frank Stronach zu Besprechungen mit Rechnungshofpräsident Franz Fiedler in sein Büro zurück, ein anderes Mal tafelte die Runde in angeregter Stimmung in einem nahe gelegenen Restaurant. Offiziell ging es um die Vorbereitung von Fiedlers Auftritt bei einer Diskussion über "Demokratie und Bürgerrechte" am 12. Februar in Velden. Teilnehmer: Frank Stronach, Jörg Haider und Franz Fiedler.
Inoffiziell soll in diesen Tagen auch ein weit wichtigerer Auftritt besprochen worden sein: jener von Fiedler als dritter Kandidat bei der Präsidentschaftswahl am 25. April 2004. Magna-Eigentümer Stronach soll angeblich finanzielle Unterstützung zugesagt, Reichhold im Namen Jörg Haiders politischen Sukkurs zugesichert haben.
Diesen Mittwoch, zeitgerecht zum Endspurt im Kärntner Landtagswahlkampf, war es dann so weit: Fiedler kündigte in "News" an, er sei für die Präsidentschaftskandidatur bereit: "Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es sich bei jener Seite, die an mich herangetreten ist, um durchaus ernst gemeinte Ambitionen handelt." Jedenfalls: "Ich stehe grundsätzlich für eine Kandidatur zur Verfügung."
Dass es sich bei der von Fiedler kryptisch bezeichneten "Seite" um Frank Stronach handelt, dementiert Magna-Sprecher Andreas Rudas. Es gebe keine finanzielle Unterstützung. Laut "News" stehen aber Fiedler für seine Reise in die Hofburg schon fünf bis sieben Millionen Euro Wahlkampfbudget zur Verfügung.
Fest steht: Keiner will Fiedlers geheimnisvoller Hintermann sein. FP-Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn dementiert eine finanzielle Unterstützung Fiedlers ebenso wie der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Lorenz Fritz.
Der oberösterreichische Anwalt Gerhard Wildmoser, ein enger Freund von Thomas Klestil, sucht zwar seit vergangenem Sommer nach einem geeigneten unabhängigen Kandidaten aus dem bürgerlichen Lager und wäre nach eigenen Angaben jederzeit in der Lage, ein paar Wahlkampfmillionen aufzustellen. Aber: "Ich habe mit dem Herrn Fiedler überhaupt nichts zu tun." Etwas kryptischer Nachsatz von Wildmoser: "Ich wäre nie auf die Idee gekommen, gegen die Frau Ferrero jemanden aufzustellen. Aber wenn es sie nicht mehr gibt, muss man sich das überlegen." Auch die Raiffeisen-Organisationen Wien/Niederösterreich und Oberösterreich sind nicht Fiedlers Geldgeber.
Bleiben die reichen Haider-Freunde in Kärnten - wie etwa der Industrielle Ernst Hofmann, der für FORMAT nicht erreichbar war. Sollte Fiedler wirklich antreten, ist davon auszugehen, dass er als Erstes seine Financiers nennt, wie es sich für einen anständigen Rechnungshofpräsidenten geziemt.
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