Donnerstag, 4. März 2004

Kampf um die Hofburg: Steuerzahler-Präsident Burkert unterstützt Fiedler!

  • Fiedler trat an Burkert heran! Stillschweigen über Financiers.
  • PLUS: Mitstimmen bei der Präsidenten-Umfrage!

Wer unterstützt den Rechnungshof-Präsidenten im Bundespräsidenten-Wahlkampf? Überraschung am Nachmittag: Steuerzahler-Obmann Burkert outete sich als Koordinator des Komitees! "In meiner Eigenschaft als Präsident des VÖS-Bund der Steuerzahler und als langjähriger persönlicher Freund war es mir ein persönliches Anliegen, Dr. Fiedler zur Bundespräsidentschaftskandidatur zu bewegen." Die Namen der (finanzkräftigen) Unterstützer wollte er nicht verraten - nur so viel: Fiedlers Wahlkampf werde keinen Euro Steuergeld kosten!

Fiedler bewerbe sich als "absolut unabhängiger und überparteilicher Kandidat", betonte Burkert. Zur Finanzierung des Wahlkampfes sagte Burkert, dass sich das Komitee "selbstverständlich" an die zwischen SPÖ und ÖVP vereinbarte Obergrenze in der Höhe von vier Mio. Euro halten werde. Namen nannte er aber keine.

Wer sind die Finanziers?
Hinsichtlich der Namen der möglichen Unterstützer Franz Fiedlers hielt sich Burkert zurück. Er meinte lediglich, es sei ihm "gelungen, Gespräche mit einer repräsentativen und breit gefächerten Gruppe von Persönlichkeiten unseres Landes zu führen, die eine derartige Kandidatur Franz Fiedlers nicht nur begrüßen, sondern auch umfassend unterstützen". Und bezüglich der Wahlkampfkosten fügte er hinzu, "dass im Gegensatz zu den beiden genannten Parteien für Franz Fiedlers Wahlkampf kein einziger Euro an Steuergeld verwendet wird".

Die Tage bis nächsten Donnerstag wolle man nun nützen, um die Konstituierung des Unterstützungskomitees abzuschließen, sämtliche notwendigen Vorbereitungen zu treffen und gemeinsam mit der beauftragten Agentur die Strategie und Kampagne zu diskutieren. In Sachen Werbung habe man sich an die Wiener Agentur Media Connection Austria gewandt.
Bis Donnerstag nächster Woche will man die Konstituierung des Unterstützungskomitees abschließen.

Burkert wurde von Fiedler gebeten
Franz Burkert ist von Fiedler selbst darum gebeten worden, diese Aufgabe zu übernehmen. Fix sei das Antreten noch nicht, meinte er. Der Präsident habe gemeint, er wolle seine Entscheidung vom Widerhall abhängig machen, den er findet. Burkert glaubt freilich an eine Kandidatur: "Ich nehme an. Jetzt kann er ja fast nicht mehr zurück."

Burkert sagte, Fiedler habe ihn am Donnerstag Vormittag um die Koordinationstätigkeit ersucht. Über weitere Unterstützer oder die möglichen Financiers des Wahlkampfes könne er aber noch keine Auskunft geben: "Darüber bin ich nicht informiert. Das fällt nicht in die Kompetenz dieses Organisationskomitees." Angesprochen auf Firmen, die in diesem Zusammenhang bisher genannt wurden, meinte er: "Ich halte das alles für Gerüchte."

Fiedler-Kandidatur noch nicht fix
Auch wenn Franz Burkert vom Bund der Steuerzahler sich mittlerweile als Obmann des Unterstützungs-Komitees "geoutet" hat und in seiner Aussendung so tut als ob: Die Kandidatur von Rechnungshof-Präsident Franz Fiedler bei der Bundespräsidentenwahl am 25. April sei noch nicht fix. Fiedler "lässt sich auch nicht drängen". Er werde seine Entscheidung Anfang nächster Woche bekannt geben, erklärte RH-Sprecherin Edith Goldeband Donnerstag Nachmittag gegenüber der APA.

Die Gespräche mit den möglichen Unterstützern würden immer noch laufen, "es ist noch nicht alles geklärt", so Goldeband. Fiedler selbst wollte weder zu diesen Gesprächen noch zur Aussendung Burkerts Stellung nehmen.

Neuer Schwung im Wahlkampf
Der mögliche Antritt Fiedlers bringt jedenfalls neuen Schwung ins Rennen um die Hofburg. SPÖ-Kandidat Fischer sprach am Donnerstag von einer spannenden Herausforderung. Er rechnet fest mit einem Antreten Fiedlers. Gleichzeitig wiederholte er, seine Chancen "absolut nicht" beeinträchtigt zu sehen. "Nervosität ist wo anders angesagt", meinte Fischer. Er wünscht sich eine Entscheidung bereits im ersten Wahlgang. Dies wäre sparsamer.

Lob für Fiedler kommt inzwischen weiter aus der FPÖ. "Ich komme mit ihm tadellos aus", sagte Parteichef Haupt. Fiedler sei eine integre Persönlichkeit und von allen Parteien anerkannt.

Weiterhin reserviert zeigt man sich hingegen in der ÖVP. Generalsekretär Lopatka verwies lediglich darauf, dass sich Fischer und Fiedler von ihrem Profil sehr ähnlich seien. Beides seien Männer, beide ungefähr gleich alt, beide würden sich ausschließlich über ihre jetzige innenpolitische Funktion definieren . "Hier unterscheidet sich unsere Kandidatin völlig". (apa/red)

4.3.2004 14:43