Samstag, 6. März 2004

Gaza-Streifen: Erneut palästinensischer Selbstmordanschlag?

  • Laut Israel wurden sechs Palästinenser getötet
  • Nach palästinensischen Angaben wurden vier Polizisten getötet

Militante Palästinenser haben am Samstag nach israelischen Angaben den Erez-Grenzkontrollpunkt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen angegriffen. Mindestens vier Angreifer und zwei weitere Palästinenser seien vom israelischen Militär getötet worden, Opfer auf israelischer Seite habe es nicht gegeben, hieß es. Nach palästinensischen Angaben wurden vier palästinensische Polizisten getötet.

Die radikalen Organisationen Hamas und "Islamischer Heiliger Krieg" und die Fatah-Splittergruppe "Al-Aksa-Märtyrerbrigaden" bekannten sich zu dem Angriff. Im Internet bezeichneten die Palästinensergruppen den Angriff als "gemeinsame Operation der Selbstaufopferung" und kündigten weitere Anschläge als Rache für die gezielte Tötung von Hamas-Mitgliedern durch die israelische Luftwaffe an.

Zunächst raste ein Wagen auf die israelische Seite des Grenzübergangs Erez zu und explodierte vor einem Militärposten. Augenblicke später näherte sich ein als israelischer Militärjeep getarntes Fahrzeug. Zwei Angreifer sprangen ab und eröffneten das Feuer auf die Soldaten, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Die Soldaten erschossen alle drei Palästinenser. Kurze Zeit später näherte sich ein drittes Fahrzeug und explodierte vor dem Kontrollposten. Es war zunächst unklar, ob eine Person in dem dritten Wagen war, als er in die Luft flog.

Nach Augenzeugenberichten folgten auf die Explosionen heftige Schusswechsel. Zwei palästinensische Polizisten wurden nach israelischer Darstellung durch die Autoexplosion getötet, nach Darstellung palästinensischer Ärzte erlagen sie Schusswunden. Neunzehn weitere Polizisten seien durch Kugeln verletzt worden. Ein weiterer palästinensischer Polizist wurde erschossen, nachdem israelische Soldaten in die Stadt Tulkarem im Westjordanland eingedrungen waren. (apa)

6.3.2004 17:20