Donnerstag, 4. März 2004

US-Präsidentenwahl: 9/11-Angehörige kritisieren Bush-TV-Spot

  • Wahlkampf-Werbung mit Bildern vom Terror am 11. September: "Es ist ein Schlag ins Gesicht der 3000 Ermordeten"

Ein TV-Spot des US-Präsidenten sorgt für Aufregung in Amerika: Angehörige von Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 haben George W. Bush vorgeworfen, Bilder von der Katastrophe für seinen Wahlkampf zu missbrauchen. Fernsehspots, die seit 4. März in 17 als wahlentscheidend geltenden US-Bundesstaaten ausgestrahlt werden, zeigen Feuerwehrmänner, die unter einer wehenden US-Flagge aus den Ruinen des eingestürzten World Trade Centers in New York auftauchen.

"Es ist ein Schlag ins Gesicht der 3000 Ermordeten", sagte die Angehörige eines Opfers laut einem Bericht der "New York Daily News". Das sei "skrupellos". Die Internationale Vereinigung von Feuerwehrleuten erklärte, Bush erinnere "an die größte Katastrophe der Geschichte unseres Landes, um Zustimmung für seine Kampagne zu gewinnen".

Bushs Wahlkampfberaterin Karen Hughes sagte dem TV-Sender CNN, die Werbespots seien "sehr geschmackvoll". "Es ist eine Erinnerung an unsere gemeinsamen Erfahrungen als Nation." Der 11. September sei "nicht nur eine tragische Erinnerung aus der Vergangenheit", sagte Hughes. "Er hat auch die Zukunft bestimmt". (apa)

4.3.2004 21:34