Marc Dutroux ließ Bombe platzen: "2 Polizisten haben bei Entführungen geholfen"
- Der Hauptangeklagte belastet seinen Komplizen
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·DIE BILDER:
Dutroux-Prozess im belgischen Arlon
·Dutroux sagt:
'Ich wollte nicht, dass dies geschieht'
·2. Prozess-Tag
Dutroux-Anklage wurde verlesen
·1. Prozess-Tag
Dutroux schlief bei Verhandlung ein!
·Zum Nachlesen: Das ist die Anklage
Vorwürfe gegen Dutroux, Nihoul, Martin und Lelievre
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Alle Fakten zum größten Justizskandal von Belgien
Mit Spannung wurde die erste Aussage von Marc Dutroux erwartet. Und was der Hauptangeklagte dann im Mädchen-Mord und Entführungprozess in Belgien sagte, war Sprengstoff pur! Er sagte vor dem Richter: "Zwei Polizisten haben bei den Entführungen geholfen..." Außerdem belastete er seine drei mitangeklagten mutmaßlichen Komplizen schwer. Michel Nihoul sei der Auftraggeber der Gewalttaten an den Mädchen gewesen.
Erstmals erklärte der Hauptangeklagte, seine Ex-Frau Michelle Martin habe seinen Komplizen Bernard Weinstein getötet. An der Entführung der beiden Mädchen An und Eefje seien zwei ihm unbekannte Männer beteiligt gewesen, die sich später als Polizisten oder andere Ordnungshüter entpuppt hätten, so Dutroux.
Das Kellerverlies für die entführten Mädchen habe er nur angelegt, um die Mädchen vor "Nihouls Netzwerk" zu schützen. Die Kinder seien ihm sympathisch gewesen und ans Herz gewachsen, sagte der Hauptangeklagte im Prozess um die Entführung von sechs Mädchen, von denen vier in der Gefangenschaft starben. "Ich finde es im Übrigen sehr bedauerlich, dass die Mädchen gestorben sind. Das ist eine Katastrophe", fügte der vorbestrafte Vergewaltiger hinzu.
Dutroux gab in der ersten Vernehmung durch den Vorsitzenden Richter Stephane Goux zu, mehrere Mädchen in deren Gefangenschaft sexuell misshandelt zu haben. "Ich habe Laetitia missbraucht in der bekannten Form", sagte Dutroux. Ihrer Mitgefangenen habe er nach Oralsex Bonbons gegen den Geschmack des Spermas gegeben.
Dutroux jammerte über unglückliche Kindheit
Der mutmaßliche Kinderschänder hatte vor Gericht zunächst seine Kindheit geschildert, die nicht glücklich verlaufen sei: "Meine Mutter hat mich nie unterstützt, und mein Vater hatte Probleme, mich als seinen Sohn anzunehmen." Ins kriminelle Millieu sei er von anderen hineingezogen worden, ohne es zu wollen, betonte der 47-Jährige.
Was den Angeklagten vorgeworfen wird
Dutroux muss sich wegen Mordes an der 17 Jahre alten An Marchal und der 19-jährigen Eefje Lambrecks verantworten. Zudem werden ihm Entführung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung der beiden Mädchen sowie der achtjährigen Julie und Melissa und der zur Tatzeit 1996 zwölfjährigen Sabine und der 14 Jahre alten Laetitia vorgeworfen. Ferner muss er sich wegen Mordes an seinem Komplizen Bernard Weinstein verantworten. Die Morde bestreitet er.
Dutroux' Komplize Lelievre wird Entführung und Freiheitsberaubung in vier Fällen sowie Mord und Vergewaltigung in einem Fall vorgeworfen. Seine Exfrau Martin muss sich wegen Freiheitsberaubung von drei Mädchen verantworten. Der Brüssler Geschäftsmann Nihoul soll an der Entführung und Freiheitsberaubung eines der Opfer beteiligt gewesen sein. Nach Ansicht der Dutroux-Verteidigung ist Nihoul auch die Schlüsselfigur, die die Verbindung zu einflussreichen Kreisen herstellte.
Am Dienstag hatte Staatsanwalt Michel Bourlet die Anklage verlesen und dabei mit teils drastischen Details die Entführungen, Vergewaltigung und Morde geschildert. Der Prozess hatte nach acht Jahre langen Ermittlungen am Montag begonnen.
(apa, red)
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