Montag, 1. März 2004

Bretonische Separatisten: Wegen Anschlag vor Gericht

  • Tote bei Attentat auf McDonald's-Filiale vor vier Jahren
  • Verbindungen zur ETA

Vier Jahre nach dem Sprengstoffanschlag auf eine Mc-Donald's-Filiale mit einer Toten hat am Montag in Paris der Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der bretonischen Separatistenorganisation ARB begonnen. Ihnen werden insgesamt 17 Attentate zur Last gelegt.

Die "Revolutionäre bretonische Armee" kämpft für eine Loslösung der Bretagne von Frankreich. Sie unterhielt Verbindungen zur ETA, mit der sie gemeinsam 1999 acht Tonnen Dynamit stahl.

Am 19. April 2000 kam bei einem Attentat auf ein McDonald's-Restaurent im bretonischen Quevert eine 27 Jahre alte Angestellte ums Leben. Wenige Tage später wurde die Gruppe ausgehoben. Acht mutmaßliche Mitglieder und drei Unterstützer müssen sich vor dem Pariser Schwurgericht verantworten. Sechs Angeklagte sitzen in Untersuchungshaft, darunter der mutmaßliche ARB-Anführer Christian Georgeault. Ein Beschuldigter erschien am Montag nicht zum Prozessbeginn.

Die ARB bekannte sich in den 90er Jahren zu dutzenden Anschlägen auf Ziele, die den französischen Staat oder den "internationalen Kapitalismus" repräsentierten. Dafür wurde später auch der gemeinsam mit der baskischen Untergrundorganisation ETA erbeutete Sprengstoff benutzt, von dem ein Teil im Wagen des Freundes von Georgeaults Tochter sichergestellt wurde. Meist blieb es bei Sachschäden.

Wegen des tödlichen Bombenanschlags auf das Schnellrestaurant müssen sich vier Angeklagte verantworten. Ihnen wird Beihilfe vorgeworfen.
(apa, red)

1.3.2004 16:28