Montag, 1. März 2004

Florenz: Paketbombe an Bürgermeister entschärft

  • Explosion hätte schwere Verletzungen verursachen können

Eine Paketbombe, die dem Bürgermeister von Florenz, Leonardo Domenici, zugesendet wurde, ist am Montag von der Polizei entschärft worden. Der Sprengkörper war in der Hülle einer Videokassette getarnt. Nach Angaben der Polizei hätte der Sprengkörper schwere Verletzungen verursachen können, wenn jemand die Briefbombe versehentlich geöffnet hätte.

Die Briefbombe war dem Bürgermeister ohne den Namen eines Absenders zugesendet worden. Ein Mitarbeiter des Bürgermeisters hatte deswegen Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert.

In den vergangenen Monaten waren eine Reihe von Briefbomben an Polizeiwachen in Italien sowie an italienische und EU-Politiker geschickt worden. In Italien wird gegen anarchistische Untergrundorganisationen ermittelt, seitdem Briefbomben an EU-Kommissionspräsident Romano Prodi in Bologna, an den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, an den Sitz von Eurojust in Den Haag und an andere EU-Abgeordnete gesandt wurden. Verletzt wurde dabei niemand.

Von Bologna aus wurden alle präparierten Postsendungen an EU-Vertreter und EU-Behörden vor und nach Weihnachten abgeschickt. Im November wurde ein römischer Polizist beim Öffnen einer Brandsatz-Sendung im Gesicht verbrannt. Innenminister Giuseppe Pisanu warnte daraufhin vor einem Wiedererstarken des Terrorismus in Italien.

Bei der Explosion einer Paketbombe in der mittelitalienischen Stadt Perugia waren vor zehn Tagen drei Polizisten verletzt worden. Einer der Beamten habe bei der Detonation schwere Verletzungen an der linken Hand erlitten, teilte die Polizei mit. Eine Person wurde im Zusammenhang mit diesem Anschlag, der jedoch laut Polizei nicht auf Anarchistenkreisen zurückzuführen ist, verhaftet.
(apa, red)

1.3.2004 15:25