Terror im Irak: 3 Tage Staatstrauer angeordnet!
- Über 160 Tote bei schiitischen Feiern in Bagdad und Kerbala! Steckt die Al Kaida dahinter?
- Schüsse auf Prozessionszug in Pakistan: 44 Tote!
·Ashura-Fest
Gedenken an Enkel von Mohammed
·Terror-Chronik
Irak-Attentate seit 7. August 2003
·Streit beigelegt
Irak: Übergangs- verfassung fixiert
·Saddam-Söhne
Belohnung an Verräter ausbezahlt
Der provisorische irakische Regierungsrat hat nach der verheerenden Anschlagsserie gegen schiitische Wallfahrtsorte in Bagdad und Kerbala eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Mindestens 160 Menschen kamen bei den Anschlägen am Höhepunkt des schiitischen Ashura-Festes ums Leben. Zwei Personen wurden verhaftet. 44 Personen wurden während einer Prozession in der pakistanischen Stadt Quetta erschossen.
Aus Kerbala, der heiligen Stadt der Schiiten, wurden nach mehreren Explosionen mindestens 85 Tote und Hunderte von Verletzten gemeldet, berichtete der arabische TV-Sender Al Jazeera. Bei einem schiitischen Schrein in einem Vorort von Bagdad kamen gleichzeitig nach Augenzeugen 75 Menschen durch drei schwere Explosionen ums Leben, meldete der Sender. Damit sind die Attentate vom Dienstag das schwerste Blutbad seit dem Sturz von Präsident Saddam Hussein vor fast einem Jahr.
Kerbala ist eine der wichtigsten heiligen Orte der Schiiten. Mehr als eine Million Pilger feiern derzeit in der 80 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt das Ashura-Fest, um an den Tod von Imam Hussein, den Enkel des Propheten Mohammed, zu erinnern.
44 Tote in Pakistan
Fast zeitgleich mit den Anschlägen im Irak eröffneten Bewaffnete in Quetta das Feuer auf einen schiitischen Prozessionszug. Dabei wurden mindestens 44 Menschen getötet und 150 verletzt. Nach Polizeiangaben ereignete sich der Zwischenfall in einem Stadtviertel, in dem sich hunderte Menschen versammelt hatten, um das schiitische Fest Muharram zu feiern. Es ist dies gleichbedeutend mit dem Ashura-Fest im Irak.
Anschließend versuchten die drei Attentäter, sich selbst in die Luft zu sprengen; zwei von ihnen starben, einer überlebte schwer verletzt.
Eine Stunde nach dem Anschlag waren in der Stadt nahe der Grenze zu Afghanistan immer noch Schüsse zu hören. Der Bürgermeister verhängte ein Ausgehverbot und wies die Menschen in den Straßen an, umgehend in ihre Häuser zurückzukehren. Dennoch kam es zu Racheakten der Schiiten gegen die Religionsgemeinschaft der Sunniten.
Steckt El Kaida hinter den Anschlägen?
Nach den Anschlägen in Kerbala wurden zwei Verdächtige festgenommen, die weitere Anschläge mit Mörsergranaten beabsichtigt hätten. Sie hätten dank der "schnellen Reaktion der irakischen Polizei und der Ordnungskräfte" gefasst werden können, teilte der polnische Generalstab in Warschau mit. Polen hat das Kommando über die im Raum Kerbala eingesetzte multinationale Besatzungstruppe.
Die Anschläge dürften die Spannungen zwischen der schiitischen und der sunnitischen Bevölkerungsgruppe im Irak weiter verschärfen. Vor Kurzem entdeckten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben eine Computer-Diskette mit einem Schreiben des mutmaßlichen jordanischen El-Kaida-Mitglieds Abu Musab Sarkawi. Darin sei zu Selbstmordanschlägegen gegen die Schiiten aufgerufen worden, um einen Bürgerkrieg auszulösen.
(apa/red)
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