Sonntag, 7. März 2004

Kärnten-Wahl: 50 Prozent wählten FPÖ wegen Haider

  • Umfrage: SP-Wähler nur zu 15 Prozent wegen Ambrozy

Die FPÖ hat ihren Wahlsieg in Kärnten erwartungsgemäß Jörg Haider zu verdanken. Für 50 Prozent der FP-Wähler war Haider der "ausschlaggebende" Wahlgrund. Zu diesem Ergebnis kommt eine Wählerbefragung (400 Telefoninterviews), die "Gallup" am Sonntag durchgeführt hat.

SP-Spitzenkandidat Peter Ambrozy war nur für 15 Prozent der SP-Wähler Wahlmotiv, Elisabeth Scheucher für 21 Prozent der VP-Wähler. Für die Grün-Wähler war Spitzenkandidat Rolf Holub kein Faktor - nur ein Prozent wählte wegen ihm Grün.

Weitere Ergebnisse zur FPÖ: 20 Prozent wählten aus Tradition, 18 Prozent weil die FPÖ die Interessen des Landes am besten vertrete. Immerhin noch 16 Prozent gaben den Einsatz für die "kleinen Leute" als Wahlgrund an. Auffallend: Nur drei Prozent der FP-Wähler nannten die "eigenständige Linie gegenüber der Bundesregierung".

Stammwähler stärkten die SPÖ
Die SPÖ konnte überwiegend auf Stammwähler zurück greifen. 47 Prozent gaben nämlich Tradition als Motiv an. Für 26 Prozent war die Arbeitsplatz- und Sozialpolitik entscheidend. 13 Prozent wollten ihren Protest gegen die Bundesregierung zum Ausdruck bringen, nur neun Prozent wollten mit ihrer Stimme für die SPÖ Haider ablösen.

Auch bei der ÖVP dominierten mit 46 Prozent die Stammwähler. Als zweitwichtigster Grund (30 Prozent) wurde die Wirtschafts- und Arbeitsplatzpolitik genannt. Neun Prozent der ÖVP-Wähler wollten mit ihrem Wahlverhalten Haider verhindern, vier Prozent erhofften sich mehr "Ansehen" Kärntens im Ausland.

"Veränderung" durch die Grünen erhofft
Die Grünen wurden zu 50 Prozent gewählt, um "Veränderung", "frischen Wind" und mehr Kontrolle in den Landtag zu bekommen. 32 Prozent gaben Unzufriedenheit mit der Bundesregierung an, nur zehn Prozent wählten Grün, damit mehr für den Umweltschutz und Alternativenergien getan werde. Personen waren für die Grün-Wähler kaum entscheidend: Nicht nur Holub (ein Prozent), sondern auch die stv. Bundessprecherin Eva Glawischnig war nur für zwei Prozent der ausschlaggebende Grund.

(apa/red)

7.3.2004 22:29