Sonntag, 7. März 2004

Wählerstromanalyse: ÖVP verhalf der Kärntner FPÖ zum Sieg

  • ÖVP verlor 24.000 Wähler an FPÖ, FP 12.000 an SPÖ
  • 22.000 frühere FPÖ-Wähler blieben zu Hause

Die Kärntner FPÖ dankt es der ÖVP, dass sie ihren ersten Platz bei der Landtagswahl halten konnte: 24.000 Kärntner, die 1999 die ÖVP wählten, entschieden sich für die FPÖ. Damit wurden durchaus starke Abwanderungen von der FPÖ abgefangen: 22.000 99er-FPÖ-Wähler blieben zu Hause und 12.000 wählten die SPÖ.

Gemeinsam mit den von der SPÖ heuer mobilisierten 16.000 Nichtwählern des Jahres 1999 waren das die größten Bewegungen, die die Wählerstromanalyse von SORA - im Auftrag des ORF - ergab.

Die SPÖ hat laut dieser Analyse insgesamt ihre Wähler am stärksten mobilisiert: Sie brachte 83 Prozent ihrer Wähler des Jahres 1999 wieder zu den Urnen und hat die meisten früheren Nichtwähler für sich gewonnen. Die FPÖ konnte nur 73 Prozent ihrer früheren Wähler halten, die ÖVP nur 46 Prozent.

Frühere ÖVP-Wähler zeigten ihren Unmut
Die enttäuschten ÖVP-Wähler blieben allerdings - wie man ja auch am Wählerstrom zur FPÖ sieht - kaum zu Hause. Nur 2.000 99er-Stimmen verlor die ÖVP an den Nichtwähler-Pool. Je 5.000 gab sie an die SPÖ und die Grünen ab.

Womit auch die Grünen ihren Wahlsieg zu einem guten Teil der ÖVP danken: Diese 5.000 Volkspartei-Wähler waren der größte Zuwachs für die Grünen am heutigen Wahlsonntag. Sie konnten aber auch frühere FPÖ-, SPÖ- und Nicht-Wähler für sich gewinnen. Von den Stimmen der Wahlplattform "Demokratie 99" - unter der sie 1999 mit anderen Parteien antraten - konnten sie 60 Prozent halten.

Wählerstromanalyse im Detail

FPÖ 04SPÖ 04ÖVP 04GRÜ 04SON 04NWÄ 04
FPÖ 991021213022
SPÖ 9959122010
ÖVP 9924532502
DEM 99220801
KPÖ 99000000
NWÄ 9961623164

NWÄ...Nichtwähler

(apa/red)

7.3.2004 21:30