Kärnten bleibt blau: ÖVP verlor Wähler an Sieger Haider
- Vorläufiges Endergebnis: FPÖ 42,5% (+0,4%), SPÖ 38,4% (+5,6%), ÖVP 11,6% (-9,1%), Grüne 6,7% (+2,8%)
- Wählerstrom-Analyse: ÖVP-Wähler wechselten zu Haider
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Super-Wahlsonntag für die Freiheitlichen in Kärnten: Haiders FPÖ bleibt die Nummer 1. Die FPÖ siegen, die SPÖ gewinnt deutlich, die ÖVP verliert dramatisch und die Grünen schaffen den Sprung in den Landtag! Laut Wählerstrom-Analyse verlor die ÖVP Wähler an Haider, die ihn somit zum Sieger kürten. Das vorläufige Endergebnis: FPÖ 42,5% (+0,4%), SPÖ 38,4% (+5,6%), ÖVP 11,6% (-9,1%), Grüne 6,7% (+2,8%). Wahlbeteiligung: 78,1% (-2,4%). Landeshauptmann Haider war "sehr glücklich" und vom Ergebnis "berührt".
Die Grünen werden laut Auskunft der Landeswahlbehörde mit zwei Mandaten im Landesparlament vertreten sein: Das Grundmandat schafften die Grünen im Wahlkreis Klagenfurt-Stadt und -Land. Dazu kommt ein Reststimmenmandat auf der Landesliste. Damit sind die Grünen jetzt in allen Landtagen vertreten. Die Grünen sind damit in allen neun Landesparlamenten vertreten. Die Premiere war 1984 in Vorarlberg. Zuletzt haben sie den Einzug im Jahr 2000 im Burgenland.
Haider ist "zufrieden": "Ich danke allen"
Landeshauptmann Haider ist mit dem Ergebnis seiner FPÖ bei der Landtagswahl "zufrieden". "Es hat uns ja niemand mehr die Chance gegeben, dass wir Nummer 1 werden". Die Frage, ob er mit diesem Ergebnis im Rücken FPÖ-Chef werden wolle, wies Haider zurück: "Heute denke ich über etwas anderes nach." Das Wahlergebnis ist für Haider ein Beweis, "dass die Kärntner Bevölkerung unsere Arbeit würdigt". Nicht überrascht ist der Landeshauptmann vom schlechten Abschneiden der Volkspartei: "Das hat sich in den letzten Tagen angekündigt." Haider dürfte weitere fünf Jahre Landeshauptmann von Kärnten bleiben.
ÖVP-Landeschef Wurmitzer kündigte "Veränderungen an der ÖVP-Spitze" an. Weder er noch Spitzenkandidatin Scheucher dürften künftig das Sagen in der schwer angeschlagenen Landespartei haben.
FPÖ-Landesgeschäftsführer Manfred Stromberger erklärte auf die Frage, ob das wahrscheinliche Ergebnis eine Trendwende für die FPÖ insgesamt sei oder ein Kärntner Spezifikum darstelle: "Es ist von beidem etwas." Die Frage, ob Jörg Haider als Landeshauptmann wieder gewählt werde, könne aber noch nicht beantwortet werden. Über mögliche Partner müssten nach der Wahl Verhandlungen geführt werden.
SPÖ-Landesgeschäftsführer Herbert Würschl sah das Rennen um Platz eins noch nicht verloren: "Warten wir noch ab, in den städtischen Bereichen sind wir sehr gut unterwegs." Fest stehe jedenfalls, dass die SPÖ am meisten hinzugewonnen habe und ein "großartiges Ergebnis" einfahren werde. Ob die SPÖ nun Haider zum Landeshauptmann wählen werde, wollte Würschl nicht beantworten: "Das ist heute nicht Thema."
Sehr enttäuscht von dem Resultat zeigte sich ÖVP-Landesgeschäftsführer Siegfried Torta, für den das Ergebnis "sehr überraschend" gekommen sei. Es gebe dafür keine einfache Erklärung, man sollte jetzt nicht viel darüber diskutieren, sondern die Sache überschlafen und am Montag in den Gremien ausführlich diskutieren. Über personelle Konsequenzen wollte Torta nicht reden, dies sei "unseriös".
Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Franz Floss, meinte, mit dem Ergebnis von sechs Prozent "wären wir in jedem anderen Landtag mit zwei oder drei Mandaten vertreten". Daher sei dies bereits ein sehr gutes Ergebnis, allerdings hoffe man noch auf Klagenfurt, wo gute Chancen auf das Grundmandat bestünden.
Überrascht zeigten sich Meinungsforscher über das FPÖ-Ergebnis von Haider in Kärnten: OGM-Chef Wolfgang Bachmayer sprach von einer "Politbombe", "market"-Chef Werner Beutelmeyer meinte lapidar: "Kärnten ist anders." Für Beutelmeyer ist damit "Haider zurück", er sei auf Bundesebene und innerhalb der FPÖ stärker denn je. (APA/Red.)
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