Sonntag, 7. März 2004

Absturz für ÖVP Kärnten: Scheucher übernimmt Verantwortung

  • Spitzenkandidatin: "An persönlicher Haltung zu Haider hat auch der Wahlausgang nichts geändert"

Die Spitzenkandidatin der Kärntner ÖVP, Elisabeth Scheucher, hat die Verantwortung für die Niederlage bei der Landtagswahl übernommen. "Wenn es so bleibt, bin ich erschüttert", erklärte sie noch vor der ersten Hochrechnung um 17.00 Uhr. Aber es gebe nichts zu beschönigen: "Wir haben uns sehr engagiert. Aber alles hat sich um die Landeshauptmann-Wahl gedreht. Da aber wurden wir aufgerieben."

Ob es ein Fehler gewesen sei, sich schon vor der Wahl darauf festzulegen, Jörg Haider nicht mehr als Landeshauptmann zu ermöglich, wollte Scheucher nicht zugeben. Da wolle sie zuerst die Wahlanalysen abwarten. "Aber an meiner persönlichen Haltung ändert sich auch nach dem 7. März nichts", fügte sie hinzu. "Ich bleibe dabei: Wir sind nicht die Steigbügelhalter der Freiheitlichen."

Ihre Kandidatur und den Slogan "Die nächste Landeshauptmann wird eine Frau" bezeichnete Scheucher als "Angebot an Kärnten. Es wurde aber nicht angenommen, obwohl wir ein gutes Programm und ein gutes Team hatten." Sie gab jedoch zu bedenken, dass es die ÖVP in der "gigantischen Materialschlacht" insgesamt sehr schwer gehabt hätte. Auch deshalb, weil "wir weder die finanziellen noch die personellen Ressourcen dafür hatten". Aber wichtig sei es gewesen, "eigenständig" in diese Wahl zu gehen.

Über ihre politische Zukunft wollte Scheucher nicht sprechen. "Wir werden darüber in den Parteigremien diskutieren", sagte sie lediglich. Sie hat ein Mandat im Nationalrat. (APA/Red.)

7.3.2004 16:43