Tirol-Wahl: VP konnte ihre Vormachtstellung halten
- Einige "rote" Hochburgen wurden "schwarz" eingefärbt
- Wahlbeteiligung ist auf 75,2 Prozent gesunken
Die Tiroler Volkspartei hat auch bei den Gemeinderatsmandaten ihre Stellung halten bzw. sogar ausbauen können. Auch SPÖ und Grüne legten zu, die Freiheitlichen verloren. In 32 der 278 Gemeinden finden in 14 Tagen Bürgermeisterstichwahlen statt.
Die VP kam auf 2.655 Mandate, ein Plus von 115 im vergleich zu 1998. Die SPÖ gewann zusätzliche 80 Sitze, die Grünen sind in 13 Gemeinden zum ersten Mal im Ortsparlament.
In 246 Orten schafften Kandidaten im ersten Anlauf die 50 Prozent-Hürde zum Bürgermeister. 212 gehören der Volkspartei an, 22 der SPÖ, elf sind "unabhängig" , einer ist Freiheitlicher. In den 32 Orten mit Stichwahlen treten in 22 Gemeinden Kandidaten der Volkspartei gegeneinander an. In fünf Orten gibt es eine Entscheidung zwischen VP und SPÖ, in vier zwischen VP und "Unabhängigen" und in einem Ort zwischen SPÖ und FPÖ.
"Blauer" Bürgermeister in Tirol
Die Freiheitlichen durften sich über einen neuen Bürgermeister, in Buch bei Jenbach freuen. Ihr bisheriges einziges Aushängeschild, Horst Wendling in Kitzbühel, war vor wenigen Monatern aus der Partei ausgetreten. Wendling muss sich nun in 14 Tagen einer Stichwahl stellen. Er wurde am Sonntag nur Zweiter hinter dem VP-Kandidaten Klaus Winkler.
Bei den Grünen gab es Mandatsgewinne unter anderem in Innsbrucker Umlandgemeinden. In Sistrans mussten sie sich dem amtierenden VP-Bürgermeister klar geschlagen geben.
Wenig Frauen am Ruder
Frauen werden an der Spitze der Tiroler Gemeinden weiter kaum anzutreffen sein. In zwei Gemeinden - Lermoos und Lienz - gibt es weibliche Kandidaten bei der Stichwahl in zwei Wochen. Mit Ausnahme Innsbrucks könnte es in den 279 Tiroler Gemeinden damit nur noch einen weiblichen Bürgermeister geben.
"Sehr zufrieden" mit dem Ergebnis der Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen hat sich der Parteiobmann der Tiroler VP, Landeshauptmann Herwig van Staa gezeigt. SP-Chef, LHstv. Hannes Gschwentner sprach von "schmerzenden" Verlusten, in einigen Gemeinden habe man aber auch überraschend zulegen können.
Grünen-Chef, LAbg. Georg Willi zeigte sich erfreut über den Zuwachs bei den Gemeinderäten. Den Versuch, in Sistrans den Bürgermeister zu stellen, sei "ein Griff nach den Sternen" gewesen, der dies Mal nicht gelungen sei. Das Land bleibe "in schwarzer Hand". FP-Chef, LAbg. Willi Tilg wollte keinen generellen Trend für seine Partei erkennen. Zum Teil hätten die Freiheitlichen auch zulegen können. In Hall sei die Arbeit seiner Partei vom Wähler nicht honoriert worden. Dies "schmerze", er habe nur kandidiert, weil er helfen habe wollen.
(apa/red)
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