Die Spannung steigt! Um 17 Uhr wird feststehen, wer die Gewinner und Verlierer der Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten sind. Jetzt fängt das bange Warten auf erste Trends und Ergebnisse an. Die Spitzenkandidaten gaben sich bei der Stimmabgabe durchwegs zuversichtlich. Im tief verschneiten Kärnten wurde am Vormittag nur schleppende Wahlbeteiligung registriert. In Salzburg rechnet der Leiter der Wahlbehörde wieder mit 74% Wahlbeteiligung - wie bei der letzten Dreifachwahl 1999. die Kärntner stürmten zu den Urnen: 82% Wahlbeteiligung! Auf networld.at werden sie den ganzen Tag top-aktuell informiert. Die ersten Hochrechnungen gibt's ab 17 Uhr.
Der Tag der Kärntner Kandidaten:
Jörg Haider: Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) hofft bei der Landtagswahl für die FPÖ auf ein Ergebnis über 35 Prozent. Wünschen würde sich Haider "natürlich, dass wir vorne sind", meinte er bei der Stimmabgabe am frühen Sonntagnachmittag in Klagenfurt. Die Frage, ob ein Ergebnis über 30 Prozent bereits für die Wiederwahl zum Landeshauptmann genügen würde, verneinte Haider: "Nein, da werden wir sicher ein respektables Ergebnis erzielen müssen." Und respektabel bedeute "35 plus".
Zur Stimmabgabe in seinem Klagenfurter Wahllokal war Haider gemeinsam mit seiner Frau Claudia gegen 13.00 Uhr mit gut einer halben Stunde Verspätung erschienen. Es gehe ihm "bestens", betonte der Landeshauptmann, dem die Spannung anzusehen war: "Gut geschlafen, gut gelaufen, gut gefrühstückt." Ob er an einen Wahlerfolg glaube? "Ich bin immer Optimist."
Als Maßstab für Landtagswahl nannte Haider das Abschneiden der Kärntner Freiheitlichen bei der Nationalratswahl 2002 (rund 24 Prozent) und die 42 Prozent der letzten Landtagswahl. Als Voraussetzung für die Wiederwahl zum Landeshauptmann sieht Haider - neben dem "respektablen Ergebnis": "Die Mehrheit muss sich ausgehen im Landtag." Ein Ergebnis unter 30 Prozent wäre für Haider "sicher eine Niederlage".
Peter Ambrozy: Bei dichtem Schneefall traf der SPÖ-Spitzenkandidat für die Kärntner Landtagswahl, LHStv. Peter Ambrozy, zu Mittag in seinem Wahllokal in Klagenfurt-Viktring ein. Begleitet von Ehefrau Patricia und Tochter Michaela gab sich der SPÖ-Chef entspannt und zuversichtlich: "Jetzt kann man ohnehin nichts mehr ändern, wir können nur noch warten, wie es ausgeht."
Umringt von Kamerateams, Journalisten und Fotografen, steckte Ambrozy sein Kuvert in die Wahlurne. Prognosen über den Wahlausgang wollte er keine mehr abgeben: "Ich habe meine Tipps bereits genannt, daran hat sich nichts geändert." Ob das schlechte Wetter die Wahlbeteiligung beeinflussen werde, könne er nicht einschätzen: "Auch schönes Wetter hat einen Einfluss." Um 17 Uhr bei der ersten Hochrechnung werde man Genaueres wissen.
Nach der Stimmabgabe ging es zum gemeinsamen Mittagessen, für den Nachmittag kündigte der SPÖ-Chef an, in die Landesparteizentrale gehen zu wollen.
Elisabeth Scheucher: Eine Stunde später war die ÖVP-Spitzenkandidatin an der Reihe. Scheucher befand sich ebenfalls in einer neuen Rolle: Zum ersten Mal bei einer Stimmabgabe im Studentenheim in der Mozartstraße (Wahlsprengel 1235) galt das Interesse ihr und nicht dem Gatten, dem Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher. Die ÖVP-Spitzenkandidatin gab sich zuversichtlich: "Ich habe schon viele SMS mit der Botschaft 'Wir haben dich gewählt' bekommen", sagte sie. Welche Rolle das Wetter spielen wird? "Keine Ahnung. Aber ich hoffe, dass trotz Schneefall die Leute vom Wahlrecht Gebrauch machen werden. Wir haben sie jedenfalls motiviert." Danach gingen die Scheuchers zum gemeinsamen Frühstück mit der Familie.
Am Nachmittag standen noch ein Familientreffen und ein Spaziergang auf dem Programm.
Rolf Holub: Den Auftakt bei der Stimmabgabe in Kärnten machte der Spitzenkandidat der Grünen. Er war gegen neun Uhr in seinem Wahllokal. Für ihn war es sozusagen Neuland: Denn erstmals wurde seine Stimmabgabe zu einem Medienspektakel. Vor der Pension Rösch (Wahlsprengel 1323) nahe dem Wörther See hatten sich ein Kamerateam, Fotografen und Medienvertreter eingefunden, als er kurz nach neun Uhr in Begleitung seiner Lebensgefährtin und deren Tochter eintraf. Befragt nach einem Wahltipp meinte der Kabarettist: "Erste werden wir nicht. Aber in denke, es wird sich für den Einzug in den Landtag ausgehen."
Dabei könnte das Schlechtwetter eine Rolle spielen: Je niedriger die Wahlbeteiligung, desto "billiger" wird das Grundmandat, das die Grünen im Wahlkreis 1 (Klagenfurt-Stadt und -Land) anstreben. Von seiner ursprünglichen Absicht, sich nach der Stimmabgabe als Wahlbeisitzer zur Verfügung zu stellen, musste Holub abkommen. "Ich bin verkühlt und will niemand anstecken", meinte er.
Nach einem Mittagessen im Freundeskreis ging es für Holub dann in das Haus der Architektur ("Napoleonstadel"), wo die Grünen ihre Zentrale eingerichtet haben.
Der Tag der Salzburger Kandidaten
Franz Schausberger: Landeshauptmann Franz Schausberger (V) erschien zu seiner Stimmabgabe im "Hirschenstüberl" in Salzburg-Parsch Händchen haltend mit Gattin Heidi und den beiden Söhnen Max und Alexander nach dem gemeinsamen Gottesdienst-Besuch. Zumindest nach außen hin gab sich der ÖVP-Spitzenkandidat entspannt. Er habe schon so viele Wahlen erlebt, dass er dem Ergebnis sehr gelassen entgegenblicke. Gespannt ist er aber, wie das Rennen ausgehen wird: "Ich bin ganz sicher nicht nervös, aber neugierig, was herauskommt." Gattin Heidi freute sich "auf einen der ruhigsten Nachmittage seit langem", bricht doch ihr Gatte erst gegen 17.00 Uhr in die Landes-Wahlzentrale Chiemseehof auf.
Die Nummer 2 der ÖVP, Wilfried Haslauer, kam mit Gattin Susan und dem kleinen Wilfried zur Wahl in die Hauptschule Schlossstraße in Salzburg-Aigen. Er hoffe auf ein gutes Ergebnis, gab sich der Anwalt eher knapp.
Gabi Burgstaller: Großkoalitionär gekleidet erschien SPÖ-Spitzenkandidatin Gabi Burgstaller pünktlich um 10.00 Uhr in ihrem Wahllokal im Polytechnikum Hallein: Zur roten Jacke trug sie eine schwarze Hose. Begleitet wurde die SPÖ-Chefin von ihrem Gatten Anton Holzer und Schwiegervater Franz Holzer. Sollte sie am heutigen Tag die SPÖ zur Nummer eins im Land führen, wäre das "ein Wunder", gab sie sich auch heute noch bescheiden. Ihr Wahlziel bleibe weiterhin, dass die SPÖ so stark werde, dass bei der Regierungsbildung kein Weg an ihr vorbeiführe. Gatte Anton meinte, er wünsche ihr jeden Erfolg. Denn weniger zu Hause sein als bisher könne sie auch als Landeshauptfrau nicht. Sollte Burgstaller wirklich Salzburgs Regierungschefin werden, fühle er sich aber keinesfalls als "First Man", so Holzer.
Karl Schnell: FPÖ-Chef Karl Schnell kam mit Gattin Christine ins Wahllokal Volksschule Hinterglemm. Mit dabei waren auch die Schwiegermutter und der Schwager des FPÖ-Spitzenkandidaten, der sich angesichts des Schneefalls dafür aussprach, den Wahltermin künftig auf eine andere Jahreszeit zu verlegen. Seinem Wahlkampf getreu (Heimat bewahren) war der Pinzgauer in Tracht zur Wahlzelle erschienen. Nach der Stimmabgabe wollte Schnell zu einem Spaziergang mit seiner vierjährigen Husky-Mischlings-Hündin "Bielak" in den Talschluss von Hinterglemm aufbrechen. Gespeist wird im Hotel seiner Frau, dem "Glemmtaler Hof", mit am Tisch sitzen die Söhne Jörg (13) und Hermann (15). In den Chiemseehof wird Schnell ohne Familie fahren.
Cyriak "Robin" Schwaighofer: "Noch recht cool" fühlte sich Cyriak "Robin" Schwaighofer, Spitzenkandidat der Grünen, bei der Stimmabgabe im "Lärchenhof" im Goldegger Ortsteil Weng. Er habe gut geschlafen, so Schwaighofer, weil er gestern noch den ganzen Tag im Pongau und Pinzgau im Wahlkampf-Einsatz war. Für den restlichen Vormittag war der Grüne Landessprecher ohnedies "verplant": Als Vorsitzender der örtlichen "fliegenden Wahlkommission" hatte er rund 20 kranke Menschen und Pensionisten zu besuchen, ihre Stimmzetteln einzusammeln und ins Gemeindeamt zu bringen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Mitgliedern der "besonderen Wahlbehörde" war noch Langlaufen angesagt. In der Landes-Wahlzentrale Chiemseehof will Schwaighofer erst gegen 17.00 Uhr eintreffen. (apa/red)