Schlacht um Salzburg & Kärnten: 800.000 Wähler entscheiden!
- Es geht in beiden Bundesländern um die Verteilung von jeweils 36 Landtags-Mandaten

·DIE BILDER
Die Sieger und die Verlierer der Wahl
"Wahltag ist Zahltag": Bei den Landtags-Wahlen in Kärnten und Salzburg entscheiden 800.000 Menschen über das Schicksal der Parteien. In Kärnten waren 425.289 Menschen wahlberechtigt, in Salzburg 365.624. Es geht jeweils um 36 Landtagsmandate. Interessant werden die anschließenden Parteiengespräche; denn es wird nicht unbedingt die stimmenstärkste Partei den Landeshauptmann stellen.
Auch wenn das Wahlergebnis (spätestens am Montag nach Auszählung der Wahlkarten) feststeht, wird - wenn die Ergebnisse nicht ganz deutlich ausfallen - dann vermutlich noch nicht klar sein, wer künftig Landeshauptmann bzw. -frau wird. Die stimmenstärkste Partei wird, vor allem in Kärnten, nicht unbedingt den Landeshauptmann stellen.
So könnte Jörg Haider auch neuerlich Landeshauptmann werden, wenn die FPÖ knapp hinter der SPÖ bleibt - oder es nicht werden, auch wenn die FPÖ Erste wird. Nach seinen Aussagen über Saddam Hussein haben sowohl SPÖ-Spitzenkandidat Peter Ambrozy als auch ÖVP-Spitzenkandidatin Elisabeth Scheucher und ÖVP-Parteichef Georg Wurmitzer erklärt, Haiders Wahl verhindern zu wollen. Es ist aber fraglich, ob dies hält. Der Bundes-ÖVP wäre Haiders Verbleib in Kärnten wohl lieber. Und SPÖ-Bundesparteichef Alfred Gusenbauer, der immer wieder den Landeshauptmann für die stärkste Partei fordert, hat zuletzt gemeint, es werde sich "herausstellen, was die SPÖ auf Basis von Verhandlungen macht".
Auch in Salzburg ist es möglich, dass die stimmenstärkste Partei - wenn sie SPÖ heißt - nicht die Landeschefin stellen wird. Sollte es sich ausgehen, wird, wie in Oberösterreich bereits praktiziert, auch Schwarz-Grün für möglich gehalten. ÖVP-Spitzenkandidat Franz Schausberger hat zuletzt allerdings immer wieder Präferenz für die große Koalition mit der SPÖ gezeigt - ebenso wie umgekehrt SPÖ-Spitzenkandidatin Gabi Burgstaller, die Rot-Grün ausschließt.
Sehr unterschiedlich ist die Ausgangslage in den beiden Ländern: In Kärnten triumphierte 1999 die FPÖ. Haider schaffte mit 42,06 Prozent (16 Mandate) das beste Ergebnis seit der Gründung der FPÖ und ihren einzigen ersten Platz bei Bundes- oder Landeswahlen. Die SPÖ verlor 4,51 Prozentpunkte auf 32,86 Prozent (12), ihren historischen Tiefststand im seit 1945 "roten" Kärnten. Auch die ÖVP fuhr mit 20,74 Prozent (8) den Negativ-Rekord ein. Die Grünen verfehlten mit der Wahlplattform "Demokratie 98" gemeinsam mit VGÖ, LIF und der Einheitsliste mit 3,93 Prozent den Einzug in den Landtag; ebenso die KPÖ mit 0,41 Prozent. Neben FPÖ, SPÖ, ÖVP und Grünen tritt die KPÖ heuer wieder an, außerdem - nur im Wahlkreis Villach - die "SAU"-Partei "Sicher-Absolut-Unabhängig".
In Salzburg war am 7. März 1999 hingegen die SPÖ die große Siegerin der Landtagswahl: Sie legte damals 5,29 Prozentpunkte auf 32,34 Prozent (12 Mandate) zu, während die ÖVP mit 38,75 Prozent (15) und die FPÖ mit 19,58 Prozent (7) nur geringfügig dazugewannen und die Grünen 1,88 Prozentpunkte auf 5,39 Prozent (2) verloren. 3,94 Prozent bekamen sonstigen Parteien. Sonstige Parteien treten heuer nicht an, nur die vier Landtagsparteien.
Im Schatten der Landtagswahlen fanden am Sonntag noch vier weitere Wahlen statt: In Salzburg und in Tirol (außer Innsbruck) wurden jeweils die Gemeinderäte und die Bürgermeister neu gewählt. 406.979 Tiroler und 368.569 Salzburger - hier auch die EU-Bürger - waren hier wahlberechtigt. (apa)
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