Salzburg-Wahl: FPÖ beschließt Wahlkampf
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Als erste der vier Landtagsparteien hat Mittwochabend die Salzburger FPÖ ihren Wahlkampf beendet. In einer Marathonrede von weit mehr als eineinhalb Stunden versuchte Landesobmann Karl Schnell die Anhängerschaft nochmals zu mobilisieren. Auf konkrete Wahlziele ließ er sich nicht ein.
Vielmehr betonte Schnell wiederholte Male, wie notwendig die FPÖ im Landtag sei, um effizient gegen Gentechnik, Wasserausverkauf und ungeheuerlich zunehmende Kriminalität vorzugehen.
Zu der Abschlussveranstaltung hatten sich einige hundert freiheitliche Funktionäre in einem Salzburger Hotel versammelt. Von der Bundespartei war niemand erschienen. Auch die Spitzenkandidatin in der Stadt, Doris Tazl, kam erst rund eine Stunde nach Beginn der Schnell-Rede und nahm dann am Rande des Auditoriums Platz. Der Event geriet zur One-Man-Show. Schnell bestritt den ganzen Abend alleine, andere Redner kamen nicht zum Wort.
Die Reaktionen auf die langatmige Ansprache fielen eher matt aus. Die Funktionäre erhoben sich von ihren Stühlen, große Begeisterung war aber nicht zu spüren. Schon beim Einzug zum alten FPÖ-Klassiker "Final Countdown" war der Beifall maßvoll geblieben. So meinte Schnell dann auch rasch, dass er keine tolle Show mit Tänzern bieten könne, dafür aber ernsthaft gemeinte Politik.
Was er darunter versteht, machte der Landesobmann dann in einer weitschweifigen Rede klar. Besonderes Augenmerk schenkte er den Bereichen Gentechnologie, durch die erwiesenermaßen Singvögel und Schmetterlinge sterben würden, Gesundheit sowie Kriminalität. Dabei durfte wie meist bei der FPÖ auch das Ausländerthema nicht fehlen.
Den einzig lauten Bravo-Ruf ergatterte Schnell folgerichtig, als er forderte: "Wer vorsätzlich eine Straftat begeht, muss aus Österreich abgeschoben werden." Geändert habe sich in den letzten Jahren nichts: "Vor fünf Jahren haben uns die Polen bestohlen, damals waren es zehn Autos, heute bestehlen uns die Moldawier, da waren es 21 Autos", schilderte er zwei Vorfälle aus Zell am See.
Mit seinen Mitbewerbern beschäftigte sich Schnell nur am Rande. Attackiert wurde die SPÖ, weil ihretwegen seit drei Jahren die Arbeit im Landtag brach gelegen sei. Bei der ÖVP schoss sich Schnell vor allem auf Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung ein, die ja in erster Linie dadurch bekannt geworden sei, "die teuerste Homepage des Universums für KHG - keiner hat's gewusst" gesponsert zu haben. Den Grünen wiederum attestierte der Landeschef, dass diese doch nicht die letzte kommunistische Bastion, sondern Helfershelfer der ÖVP seien.
Detail am Rande: An der Inszenierung besonders missglückt bei dem Event im Renaissance Hotel war die Drapierung der blauen Luftballons. Diese sorgte dafür, dass man auf dem Bildschirm hinter Schnell während des ganzen Abends weder sein Gesicht noch den Werbeslogan der Freiheitlichen erkennen konnte. Auch beim Anfangs eingespielten Werbefilm wurde nicht so recht klar, was Schnell und sein kleiner Hund den Delegierten sagen wollten.
(apa/red)
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