Grüne: "Kämpfen um ein paar hundert Stimmen"
- Van der Bellen: "Wenn die Umfragen nicht frei erfunden sind, schaffen wir das Grundmandat" - Holub: Mutter Gusenbauer ins Parlament
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Am Sonntag ist der Tag der Entscheidung. Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen ist für die Kärntner Landtagswahl optimistisch. "Um ein paar hundert Stimmen kämpfen wir noch. Aber es könnte sich jetzt schon ausgehen".
Letzte Umfragen würden den Grünen landesweit acht bis neun Prozent geben. "Wenn diese Umfragen nicht frei erfunden sind, dann schaffen wir hier in Klagenfurt das Grundmandat."
Das mögliche Antreten von Rechnungshofpräsident Franz Fiedler bei der Präsidentenwahl will Van der Bellen nicht kommentieren, so lange die Kandidatur noch nicht fix ist. Er verwies diesbezüglich auf die Stellungnahme des Grün-Abgeordneten Werner Kogler, der die Offenlegung der Unterstützergruppe Fiedlers gefordert hatte.
Zur Wahlveranstaltung der Grünen beim Lindwurm am Klagenfurter Neuen Platz waren am Freitagabend bei klirrender Kälte etwa 100 bis 200 Personen gekommen. Van der Bellens Stellvertreterin Eva Glawischnig, gemeinsam mit Spitzenkandidat Rolf Holub das Zugpferd der Grünen im Kärntner Landtagswahlkampf, gab sich kämpferisch: "Jede einzelne Stimme ist wichtig und notwendig. Es ist in greifbarer Nähe. Wir können es schaffen."
Für Holub sind angesichts der Debatten um die Kärntner Parteienfinanzierung ohnehin nur noch die Grünen wählbar. "Meine Mutter hat zwar gesagt, ein anständiger Mensch geht nicht die Politik. Ich hoffe, sie dreht sich jetzt nicht im Grab um. Aber ich kann eigentlich niemanden mehr wählen außer mich selber", sagte der Grünen-Kandidat im Zivilberuf Kabarettist. Kärnten brauche "neue Ideen": "Der ganze Landtag ist ja etwas fossil angelegt."
Verbale Ohrfeigen des grünen Spitzenkandidaten gab es für die FPÖ, aber auch für die SPÖ. Letztere bringe nur noch dann Oppositionspolitik zu Stande, wenn Mutter Gusenbauer ihren Sohn anrufe und sich über die Pensionskürzungen beklage. Holub: "Her mit der Frau und sofort ins Parlament. Die soll aufs Geld aufpassen. Das ist die einzige Opposition, die von der SPÖ derzeit ausgeht."
Um in den Kärntner Landtag einzuziehen, müssen die Grünen in einem der Wahlbezirke die Grundmandatshürde überspringen, die zwischen neun und elf Prozent liegt. Die größten Chancen dafür bestehen nach Ansicht der Grünen im Wahlkreis Klagenfurt, wo etwa zehn Prozent nötig wären. Abhängig von der Wahlbeteiligung wären dies rund 8.500 Stimmen.
(apa, red)
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