Sonntag, 7. März 2004

Tirol-Wahl: VP nimmt SPÖ Traditionsgemeinden ab

  • St. Jakob und Hochfilzen sind jetzt "schwarz"

Bei der Tiroler Bürgermeister- und Gemeinderatswahl hat die VP der SPÖ eine Hochburg abnehmen können. In St. Jakob in Haus im Bezirk Kitzbühel, das seit 1992 "rot" regiert wurde, setzte sich Leonhard Niedermoser durch. Seine Gegenkandidatin Christine Unterrainer war der einzige weibliche Bürgermeister, der sich einer Wiederwahl gestellt hatte.

In St. Jakob war es erst vor wenigen Monaten zu einem Bürgermeisterwechsel gekommen. ÖGB-Landesvorsitzender, Landtagsvizepräsident Franz Reiter, hatte im AK-Wahlkampf diese Funktion an Unterrainer abgegeben. Er hatte 1992 St. Jakob für die SPÖ erobern können.

Am Sonntag erhielt die VP sechs der elf Mandate. Die übrigen fünf Mandate gingen an die SPÖ. Auf den VP-Spitzenkandidaten entfielen 51 Prozent, auf die bisherige SP-Bürgermeisterin 49 Prozent.

Hochfilzen auch "schwarz"
Auch in der traditionellen SPÖ-Gemeinde Hochfilzen hat es einen "schwarzen" Wechsel gegeben. In dem seit 1945 von SPÖ-Bürgermeistern regierten Ort gibt es nun einen VP-Bürgermeister.

In Hochfilzen war Altbürgermeister Johann Arnold nicht mehr angetreten. Sebastian Eder (V) erzielte bei drei Bürgermeisterkandidaten 57,1 Prozent. Der SPÖ-Spitzenkandidat Helmuth Perterer kam auf 27,9 Prozent. Auch im Gemeinderat hat die VP mit sieben von 13 Mandaten die absolute Mehrheit.

VP von "Unabhängige" geschlagen
In zwei Osttiroler Gemeinden gab es einen Austausch zwischen VP und "Unabhängigen". In Iselsberg-Stronach setzte sich Thomas Tschapeller durch. Dort regierte bisher ein "Unabhängiger". In Untertilliach musste sich die VP dem als "unabhängig" angetretenen FPÖ-Mitglied Robert Mößler geschlagen geben. Nach Angaben der FPÖ bleibe diese Liste auch nach der Wahl "unabhängig". Einen FP-Bürgermeister gibt es damit in den 278 Gemeinden vorerst weiter nicht. (apa)

7.3.2004 15:15