"profil": Ermittler vermuten Millionen von Nigerias Ex-Dikator Abacha in Österreich
- Spuren führen zu Banken in Tirol, Salzburg und Wien
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, werden mehrere Millionen Euro aus dem Vermögen des nigerianischen Ex-Diktators General Sani Abacha in Österreich vermutet. Abacha, der 1998 einem Herzinfarkt erlag, soll während seiner nur fünf Jahre dauernden Amtszeit bis zu 4,3 Milliarden Dollar zur Seite geschafft haben. Die derzeitige nigerianische Regierung erhebt Anspruch auf das Geld und ist bemüht, dessen Verbleib aufzuklären.
Nun vermutet der Genfer Anwalt Enrico Monfrini, der die Causa im Auftrag der nigerianischen Regierung untersucht, dass ein Teil des Geldes in Österreich deponiert ist.
"Wir gehen von Geldflüssen an den Raiffeisenverband Salzburg und die Raiffeisen-Landesbank Tirol in Innsbruck aus", so der Anwalt gegenüber "profil". Konkret sollen Angehörige des Abacha-Clans in den Jahren 1996 und 1997 insgesamt 22 Millionen Mark (rund elf Millionen Euro) nach Österreich überwiesen haben. Monfrini: "Der größere Teil davon ging nach Tirol."
Gleichzeitig untersucht Nicholas Kamwende, Chef der Anti-Betrugseinheit der Central Bank of Kenya, auf Ersuchen der nigerianischen Regierung Finanztransaktionen, die in zeitlichem Zusammenhang mit dem Tod Abachas getätigt wurden. In diesem Zusammenhang stieß der Ermittler auch auf drei mutmaßliche Überweisungen nach Österreich. Kamwende zu "profil": "Meinen Unterlagen zufolge wurden am 19. Mai, 17. Juni und 30. Juni 1998 via Bankers Trust New York jeweils 50.000 US-Dollar auf ein Konto bei der Bank Austria AG transferiert."
Sowohl die Bank Austria als auch die Raiffeisenbanken in Tirol und Salzburg dementieren indes jede Verbindung mit dem Abacha-Regime.
Anwalt Monfrini kündigt nun ein Rechtshilfeansuchen an das Justizministerium in Wien an: "Wir wollen jetzt wissen, ob in Österreich noch Geld aus dem Abacha-Vermögen liegt. Und wenn es nicht mehr dort ist: Wohin ist es dann verschwunden?"
Die ganze Story lesen Sie im neuen "profil"
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