Graz: Großer "Diagonale"-Preis für Bruchs "handbikemovie"

  • Weitere Auszeichnungen für Bödenauer mit "don't touch me..", Bruckmayr/Strohmann, Harringer, Bretschneider und Keller

Der Diagonale-Preis für den besten österreichischen Kinofilm 2003/2004 ging an Martin Bruch für den Streifen "handbikemovie". Die Verleihung fand Samstagnacht im Grazer Congress statt. Der Preis ist mit insgesamt 19.000 Euro dotiert, gesponsert vom Land Steiermark (15.000 Euro) und Kodak. Vergeben wurden außerdem noch die Preise für Innovatives Kino, der Preis der Jury der Diözese Graz-Seckau, der Diagonale-Preis der Jugendjury sowie der ACC-Preis.

Bruchs "handbikemovie" wurde von der Jury (Hilde Berger, Andrea Maria Dusl, Christoph Egger, Martina Theininger, Gertjan Zuilhof) für ein "Plädoyer für Kompromisslosigkeit, einen Film, der mutig, subjektiv, lebendig und keinesfalls Mainstream ist", vergeben. "handbikemovie" sei ein "radikaler Film, der pure Blick, die reine Bewegung, die elementare Erzählung", ein "cinéma brut" in 56 ungeschnittenen Einstellungen. Durch eine Kamera, die am Helm des Filmemachers befestigt ist, nehmen die Zuseher an einer gefährlichen, waghalsigen und unmittelbaren, provokant monotonen Achterbahnfahrt teil, die vor Bruchs Wiener Haustüre beginnt und durch das lärmige Verkehrsgewühl von New York, Paris, London und Istanbul führt.

Der Diagonale-Preis Innovatives Kino für den besten innovativen Animations-, Avantgarde oder Kurzfilm 2003/2004 ging ex aequo an Brigitta Bödenauer für "don't touch me when I start to feel safe" und Didi Bruckmayr/Michael Strohmann für "ich bin traurig". Dotiert ist der Preis mit 6.000 Euro der Stadt Graz sowie einem 6.000-Euro-Gutschein der Firma Synchro Film & Video Bearbeitungs GesmbH. Die Jury (Catherine Ann Berger, Elisabeth Büttner, Paul Divjak) hatte aus 51 Werken auszuwählen und entscheid sich für die beiden Musikvideos, die sich "verhalten zueinander wie Bild und Anschlussbild". Rasche Lösungen seien trügerisch, "don' t touch me when I start to feel safe" erzähle davon bereits in seinem Titel. "ich bin traurig" arbeite mit Pathos. Dennoch greife die große Geste nicht, denn zum Schwarzbild werde gepfiffen.

Den Diagonale-Preis der Jury der Diözese Graz-Seckau konnte Gerald Harringer für "MA" als bester
Dokumentar- oder Kurzspielfilm 2003/2004, dotiert mit 4.000 Euro, gestiftet von der Diözese Graz-Seckau, mitnehmen. Die Jury (Astrid Polz-Watzenig, Wolfgang Rappel, Joachim Schauer) meinte dazu in ihrer Begründung, durch Harringers Arbeit werde es dem Zuschauer möglich, durch die filmästhetisch klare Sprache und den Einsatz der Musik von Thomas Reinhart an diese Orte mitzugehen. Eine besondere lobende Erwähnung geht an "virtual borders" von Manu Luksch, ein filmischer Bericht darüber, wie das Internet und das Radio gemeinsam dazu beitragen, das Volk der Hani-Aki, über die politischen Grenzen Thailands, Chinas, Laos', Vietnams und Burmas hinweg zu vereinigen.

Über den Diagonale-Preis der Jugendjury " für den besten Nachwuchsfilm 2003/2004, dotiert mit 4.000 von der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG, kann sich Karl Bretschneider für "Grauzone" freuen. Die Jugendjury (fünf SchülerInnen einer AHS/BHS) entschied sich einstimmig für "Grauzone", weil "die Charaktere aus ihrer eigenen Unbeholfenheit, ihrer Unsicherheit, ihrer Hoffnung das Richtige zu tun, aus ihrer Verzweiflung heraus in einer ausweglosen Lage, die schließlich eskaliert, wiederfinden".

Lobende Erwähnungen gab es für "320 times - Break out in spots", für "Kopfbahnhof" und für "Nix gscheit's drin".

Der AAC-PREIS mit 2.000 Euro vom Verband österreichischer Kameraleute für die beste Kameraarbeit ging an Bernhard Keller für seine Arbeit zu "Struggle" von Ruth Mader: Der Film erhalte "seine beinah dokumentarische Prägnanz, seinen strengen Gestus ganz wesentlich durch die präzisen Einstellungen der Kamera", hieß es in der Begründung. (apa)

6.3.2004 22:38
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