Freitag, 5. März 2004

Ministerin Gehrer: Leistungstests nach vierter bzw. achter Schulstufe

  • Schüler-Wissen soll dadurch österreichweit vergleichbar werden
  • "Bildungsstandards" sollen aber keine Prüfungsinstrumente sein

Um die Leistungen der Schüler bundesweit einheitlich bewerten zu können, will Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) "Bildungsstandards" für die vierte und achte Schulstufe einführen. Diese sollen aber "keine Prüfungsinstrumente" oder "Notengebungsinstrumentarien" für Schüler werden, so Gehrer. Die ersten Standards für das Fach Mathematik in der achten Schulstufe würden Ende April veröffentlicht. Ab dem Herbst folge eine mehrjährige Erprobungsphase.

Nach der vollständigen Umsetzung sollen jährlich rund 30.000 Schüler der vierten Klasse Volksschule bzw. der vierten Klasse AHS- Unterstufe und Hauptschule in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch getestet werden. Die Bewertungen sollen vor allem der Orientierung dienen, aber nicht in die Notengebung einfließen.

Was müssen Schüler können?
Nach der Veröffentlichung der Mathematik-Standards Ende April folgen bis Herbst 2004 die Fächer Deutsch und Englisch für die achte Schulstufe. Im nächsten Jahr sollen dann die Standards für Deutsch und Mathematik in der vierten Klasse Volksschule herausgegeben werden. Daran schließt sich eine mehrjährige Erprobungsphase - den Anfang machen ab Herbst rund 100 Schulen, die sich freiwillig gemeldet haben bzw. per Zufall ausgewählt werden. Mit den Bildungsstandards soll festgelegt werden, welche Kompetenzen die Schüler der genannten Altersstufen in den Kernbereichen eines Unterrichtsfachs erworben haben sollen.

Kein Einfluss auf Noten
Die Ergebnisse der Standars sollen einerseits eine Rückmeldung für die Schüler, Lehrer und Direktoren darstellen und andererseits - anonymisiert - eine gewisse Vergleichbarkeit und Leistungskontrolle der Schulen sicherstellen, betont der Salzburger Landesschulratspräsident und Leiter der "Steuerungsgruppe Bildungsstandards", Gerhard Schäffer (V). In die Notengebung sollen die Resultate eines Schülers ebenfalls nicht einfließen, betonte Schäffer: "Die Note des Lehrers gilt."

(apa/red)

5.3.2004 13:40