Donnerstag, 4. März 2004

Pensions-Harmonisierung: Schüssel für Mischsystem

  • Mehrheit der Österreicher aber für Stichtagsregelung
  • Offenbar och wenig Fortschritte bei Verhandlungen

Bundeskanzler Schüssel hat sich beim letzten Runden Tisch zur Pensions-Harmonisierung für ein "Mischsystem" zwischen Stichtags- und Altersregelung ausgesprochen. Das hat ÖGB-Präsident Verzetnitsch am Donnerstag erstmals bestätigt. Laut Ifes-Umfrage ist eine Mehrheit der Österreicher jedenfalls für die von Gewerkschaft, Opposition und FPÖ favorisierte Stichtagsregelung.

Insgesamt dürfte es aber noch wenig Fortschritte bei den Verhandlungen geben. Das Prinzip "gleicher Beitrag, gleiche Leistung" stehe zwar außer Streit, wie man zur Angleichung der Pensions- Beiträge komme, sei aber "völlig in Schwebe", so Verzetnitsch.

Für den ÖGB sei weiterhin die Stichtagsregelung "Verhandlungsposition", meinte der ÖGB-Chef. Diese Variante sei "fair und gerecht". Schüssel habe hingegen beim Runden Tisch eine Mischvariante "andiskutiert". Zuletzt war bereits kolportiert worden, dass die ÖVP eine sofortige Harmonisierung nur für die unter 35- Jährigen anstreben könnte. Für die 35- bis 55-Jährigen könnte es demzufolge Übergangsfristen geben. Die über 55-Jährigen würden im alten System bleiben.

In der Ifes-Umfrage finden konkret 50 Prozent der Befragten die Stichtagsregelung "sehr gut" oder "eher gut". Die "angemessene Berücksichtigung" von Ersatzzeiten für Kindererziehung, Präsenzdienst, Krankheitsfall oder Arbeitslosigkeit bei der Pensionsberechnung ist für 88 Prozent "sehr wichtig" bzw. "wichtig". Die Notwendigkeit einer Pensionsharmonisierung ist umbestritten. 82 Prozent halten sie für "notwendig". (apa)

4.3.2004 15:27