Donnerstag, 4. März 2004

Ex-Freundin angezündet: Lebenslange Haft wegen Mordes

  • Mann übergoss ehemalige Partnerin mit Benzin und steckte sie in Brand
  • Höchststrafe nicht rechtskräftig

Lebenslange Haft verhängte am Donnerstag ein Wiener Schwurgericht über den 68-jährigen Naum M. Dieser hatte am 23. Juli 2003 seine Ex-Freundin mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt. Florica S. (40) war vier Tage später im AKH ihren schweren Verletzungen erlegen. Das einstimmige Urteil wegen Mordes ist nicht rechtskräftig. Der Hilfsarbeiter legte gegen die Höchststrafe Berufung ein.

"Ja, ich bekenne mich schuldig. Ja, ich habe das gemacht. Ich habe sie mit Benzin angeschüttet. Dann habe ich Zündhölzer angezündet, und dann weiß ich nichts mehr", lautete die Verantwortung des Angeklagten. Nachbarn der Frau schilderten dafür umso eindringlicher jene schreckliche Szene, als diese als lebende Fackel aus ihrer neuen Wohnung in Wien-Ottakring auf den Gang lief und dort unter fürchterlichen Hilfeschreien zusammenbrach.

Wie Staatsanwalt Josef Holzleithner ausführte, musste die in einer Gärtnerei beschäftigte Rumänin deshalb sterben, weil sie den um 18 Jahre älteren Mann verlassen hatte. Sie hatte einen anderen kennen gelernt und war Anfang Juli bei diesem eingezogen.

"Ich hab' überhaupt keinen Gedanken gehabt. Waren es zwei Sekunden? Zwei Minuten? Ich weiß überhaupt nicht, was war", sagte der Angeklagte. Erst auf eindringliches Befragen seines Verteidigers ließ er so etwas wie einen Ansatz von Bedauern erkennen: "Es tut mir Leid, was geschehen ist. Aber was kann ich machen?"

(apa/red)

4.3.2004 14:11