Mittwoch, 3. März 2004

Bundesheer halbieren: FPÖ verärgert über Platter-Aussagen

  • "Gefahr, dass sich Reformkommission ad absurdum führt"
  • Minister will Mobilmachungsstärke auf Hälfte reduzieren

Verärgert über die Festlegungen von Verteidigungsminister Platter in Sachen Bundesheer-Refom ist der Koalitionspartner FPÖ. Wehrsprecher Reinhard E. Bösch, Vorsitzender des Verteidgungsausschuss des Nationalrates, kritisierte am Mittwoch in einem Radio-Interview, dass Platter der Reformkommission vorgreife.

Der Minister hatte zuletzt angekündigt, die Mobilmachungsstärke von derzeit 110.000 Mann solle nahezu auf die Hälfte reduziert werden, auch solle es zu Umschichtungen zwischen Verwaltung und Truppe kommen. Bösch dazu im Ö1-"Morgenjournal": "Wenn der Herr Bundesminister die Ergebnisse permanet vorweg nimmt und schon Maßnahmen setzt, die eigentlich erst aufgrund der Beurteilung der Reformkommission gefällt werden können, dann besteht die Gefahr, dass sich die Reformkommission natürlich ad absurdum führt. Und das sollten wir verhindern, der Minister zuerst."

Bösch macht außerdem darauf aufmerksam, dass ein so massiver Schnitt in die Heeresorganisation auch "dramatische Folgen" für die Organisation des Heeres haben würde. Dies müsse etwa ein "intensives Nachdenken" über Standorte, Kasernen also, bedeuten.

(apa)

3.3.2004 09:20