Mittwoch, 25. Februar 2004

NEWS: EU zahlt Abgeordneten Reise-Pauschale auch für Urlaubs-Flüge

  • Hans-Peter Martin attackiert Grünen Johannes Voggenhuber und FP-Mandatarin Daniela Raschhofer

Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlichte Ende Februar 2004 neue Details über die abenteuerlichen Spesenregelungen im Europäischen Parlament. Demnach werden die umstrittenen Reisekostenpauschalen auch dann ausbezahlt, wenn Abgeordnete statt nach Hause in ihren Wahlkreis in klassische Urlaubsregionen fliegen.

Der fraktionsfreie Abgeordnete Hans-Peter Martin attackiert in diesem Zusammenhang den Grünen Johannes Voggenhuber und die FP-Delegationsleiterin Daniela Raschhofer. Martin: "Ich verstehe nicht, warum Johannes Voggenhuber nicht ehrlich offen legt. Hat das damit zu tun, dass er immer wieder gerne statt nach Wien nach Ventimiglia an die Riviera geflogen ist?"

Voggenhuber zu NEWS: "Ich muss nicht nach Wien zurückfliegen. Ich kann hinfliegen, wohin ich will. Und Ventimiglia ist bekanntlich näher als Wien. Ich bekomme deshalb keinen Euro mehr. Es wird sogar weniger Geld ausbezahlt, als wenn ich nach Wien fliegen würde, weil die Höhe der Reisekosten von der Flugdistanz abhängt."

Über Raschhofer sagt Martin: "Immer wieder hat sie mir berichtet, dass sie nur kurz in Brüssel bleibt und sehr gerne nach London unterwegs ist." Raschhofer wurde von NEWS kontaktiert, versprach einen Rückruf, war jedoch bis zu Redaktionsschluss für eine Antwort trotz zahlreicher, dokumentierter Versuche nicht mehr zu erreichen.

Auch SP-Chef Alfred Gusenbauer meldet sich zur Spesen-Causa Wort und nimmt sich dabei kein Blatt vor den Mund. Gusenbauer: "Ich habe mit unserem Delegationsleiter Hannes Swoboda gesprochen. Er hat alle unsere Abgeordneten aufgefordert, ihre Spesenabrechnungen offen zu legen. Diese Offenlegungen werden dann bei uns im Klub genauestens kontrolliert und selbstverständlich auf den Cent genau offen gelegt." (NEWS)

25.2.2004 13:03