Freitag, 27. Februar 2004

Jahres-Teuerung: Sank im Jänner weiter auf 1,1 Prozent

  • Lebensmittelpreise ziehen ordentlich an - zusammen mit alkoholfreien Getränken 1/4 der Teuerung!
  • Verbilligung durch Wegfall der Ambulanzgebühr und Telefonapparate

Der Preisauftrieb hat sich in Österreich im Jänner oberflächlich gesehen weiter abgeschwächt. Die Inflationsrate ist im Jahresabstand auf 1,1 Prozent gesunken, nach 1,2 Prozent im Dezember und 1,3 Prozent im November. Das Problem dabei: Die Güter des täglichen Bedarfs sind teurer geworden, nur spezielle, seltenere Ausgaben haben im Preis nachgelassen.

Ein Viertel zur Inflationsrate hat im Jänner der Bereich Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke (+2,2 Prozent) beigetragen, je ein Fünftel verursachten die Bereiche Verschiedene Waren und Dienstleistungen (+2,3 Prozent) sowie Wohnen (+1,1 Prozent). Versicherungen waren nach Angaben der Statistik Austria um 3,0 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Als Inflationstreiber erwiesen sich laut Statistik Austria die um 2 Prozent höheren Preise in Restaurants und Cafes. Restaurants und Hotels (+2,5 Prozent) trugen ein Sechstel zur derzeitigen Teuerungsrate bei.

Im Monatsabstand besonders stark verteuert haben sich die Ausgabengruppen Wohnen (+1,1 Prozent), Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke (+1,4 Prozent) sowie Verschiedene Waren und Dienstleistungen (+0,9 Prozent).

Ausverkauf rettet die Statistik
Preissenkungen von durchschnittlich 4,7 Prozent gab es dagegen von Dezember auf Jänner durch den traditionellerweise im ersten Monat des Jahres stattfindenden Ausverkauf bei Bekleidung und Schuhen. Bekleidungsartikel wurden binnen Monatsfrist sogar um 6 Prozent billiger.

Verbilligungen bei Sonderausgaben
Nach wie vor inflationsdämpfend wirkten die Bereiche Gesundheit (-1,9 Prozent; Wegfall der Ambulanzgebühr ab April 2003) sowie Nachrichtenübermittlung (-0,6 Prozent; Telefonapparate -15,6 Prozent).

Erstmals seit Juli 2003 wies auch die Gruppe Verkehr (-0,9%) wieder eine inflationsmindernde Wirkung auf. Hauptverantwortlich dafür waren das deutlich niedrigere Preisniveau bei Verkehrsdienstleistungen (-8,8 Prozent; Flugticket -21 Prozent) und die sinkenden Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel (-4 Prozent; Normalbenzin -4 Prozent, Superbenzin -5 Prozent, Dieseltreibstoff -3 Prozent).

Der Index ohne Saisonwaren legte im Jahresabstand um 1,0 (1,2) Prozent zu. Im Monatsabstand wurde hier ein Preisrückgang von 0,2 Prozent festgestellt, während der Gesamtindex (VPI) - ebenso wie der HVPI - von Dezember auf Jänner um 0,1 Prozent gestiegen ist.

Der Index der Saisonwaren, der im Dezember-Dezember-Vergleich noch um 7,4 Prozent geklettert war, erhöhte sich diesmal deutlich moderater um 2,3 Prozent. Allerdings wuchs er im Monatsabstand kräftig um 6,0 Prozent.

Der Index für den privaten Pkw-Verkehr lag im Jänner um 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert, im Dezember waren es noch +1,5 Prozent gewesen. Im Monatsabstand erhöhte sich der Pkw-Kostenindex um 0,5 Prozent.

Der für die Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Jänner um 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, gab die Statistik Austria am Freitag bekannt. Im Dezember war der HVPI in Österreich im Jahresabstand um 1,3 Prozent angestiegen.
(apa, red)

27.2.2004 10:26