Österreich investiert weniger in Mittel-Osteuropa
Österreichische Unternehmen haben in der ersten Jahreshälfte 2003 insgesamt 864 Mio. Euro neu in die Länder Mittel- und Osteuropas investiert. Das ist deutlich weniger als im Vergleichszeitraum 2002, als 1,4 Mrd. Euro aus Österreich in die insgesamt 16 Länder flossen.
Mit einem Marktanteil von knapp 13 Prozent bleibt Österreich damit weiter ein wichtiger Investor in den Reformländern, geht aus einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Damit sind österreichische Investitionen in die Region erstmals seit vier Jahren nicht gewachsen.
Das ändert aber nichts am längerfristig gesehen enormen Wachstum der heimischen Ost-Investitionen, die sich von 1999 bis Ende 2002 von einer Milliarde auf 4,2 Mrd. Euro mehr als vervierfacht haben. Für das Gesamtjahr 2003 dürfte der Saldo der in die Region investierten Mittel mit rund 2 Mrd. Euro noch unter dem Niveau des Jahres 2000 geblieben sein.
Vier Fünftel der Austro-Investitionen - insgesamt 693 Mio. Euro oder 80,2 Prozent - flossen im ersten Halbjahr 2003 in die fünf EU- Beitrittsländer Ungarn (249 Mio. Euro), Tschechien (218), Slowenien (119), Slowakei (70) und Polen (37). Insgesamt nur 1 Mio. Euro investierten österreichische Unternehmen in die drei baltischen Länder Litauen, Estland und Lettland.
Dazu kommen 201 Mio. Euro Nettozuflüsse in die Region Südosteuropa, wo Kroatien mit 244 Mio. Euro wichtigstes Zielland heimischer Investitionen war. Deutlich geringer waren die Investitionen nach Serbien-Montenegro (33 Mio.) und Rumänien, während aus Bulgarien (-94) und Albanien (-1) sogar Kapital abgezogen wurde.
Per Saldo negativ ist auch die Zahlungsbilanz mit den ehemals sowjetischen Ländern (GUS). Desinvestitionen von 42 Mio. Euro aus Russland überwogen Investitionen in die Ukraine (7) und Weißrussland (3) deutlich.
(apa)
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