Mittwoch, 25. Februar 2004

Emco Maschinenbau in Hallein: 65 Arbeitsplätze weg

  • "Aufwertung" zu Kompetenzzentrum zu Lasten der Fertigung
  • Teilweise Umschulungen geplant

Emco, Österreichs führender Werkzeugmaschinenhersteller aus der Unternehmensgruppe von Mirko Kovats, hat die Reorganisation ihrer Konzernstruktur abgeschlossen. Gleichzeitig mit der Aufwertung des Standorts Hallein zu einem moderner Hochleistungs-Montagebetrieb werden einfache Prozesse an reine Fertigungsstandorte ausgelagert. Die Folge: 65 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

"Wir führen heuer ein striktes Kostensenkungsprogramm durch. Im laufenden Jahr 2004 sollen per Saldo 60 Mitarbeiter abgebaut werden", bestätigte Emco-Geschäftsführer Herbert Moser gegenüber Medienberichte.

25 Kündigungen oder einvernehmliche Auflösungen seien bereits im Laufen. Für 2005 wollte er noch keine Spekulationen anstellen, "denn das wäre einfach unseriös". Aber alles deutet auf weiteren Abbau hin: "Wenn Maschinen ausgelagert werden, kann ich nicht sagen, dass der Arbeiter dahinter seinen Platz behält. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen."

Argument Lohnkosten
Moser begründet die Verlagerung mit einfach nicht mehr zu rechtfertigenden Lohnkosten. "In Hallein rechnen wir mit 24 Euro brutto pro Arbeitsstunde, in unserem Werk in Zebrak mit 4,70 Euro und in Magdeburg dank der hohen Förderungen mit 16 Euro." Man beschreite nur den Weg, den zahlreiche (west-)deutsche Mitbewerber schon gegangen seien.

"Aufwertung" des Standorts Hallein
Hallein werde ab sofort zum Kompetenzzentrum, in dem die Bereiche Forschung und Entwicklung, Marketing, Vertrieb, Logistik sowie Konzernstrategie für die gesamte Gruppe angesiedelt sind. Durch Beteiligungen seien neben der 100-prozentigen-Tochter Emco Italia nun auch das tschechischen Produktionswerk Intos und die Magdeburg Werkzeugmaschinen AG direkt der Zentrale in Hallein unterstellt, hieß es.

"Im Fertigungsbereich wird sich die Zentrale in Hallein auf höchstwertige Montage und die Bereiche Electronic und Electronic Software spezialisieren. Im Zuge dieser Neuorganisation kann Emco dem enormen Kostendruck durch die Nutzung von Synergien im Produktionsbereich begegnen und trotzdem die österreichischen Qualitätsstandards für alle Emco-Produkte international gewährleisten", so das Unternehmen.

"Die Geschäftsführung in Salzburg erklärt sich bereit, sich an der Finanzierung einer Arbeitsstiftung zumindest für einen Teil der betroffenen 60 MitarbeiterInnen in Salzburg zu beteiligen".

Demnach werde Emco bei jenen MitarbeiterInnen, die eine niedrige Qualifikation haben und in so genannten "sozialen Härtefällen" die Höherqualifizierungsmaßnahmen bis zu 50 Prozent mitfinanzieren, das ergibt pro Stiftungsteilnehmer einen Betrag von rund 2.900 Euro.

Die Restkosten werden von Land und AMS beigesteuert. Jene Mitarbeiter, für die auf Grund der hohen Qualifikation, die Aufnahme in eine Arbeitsstiftung nicht sinnvoll erscheint, wird Emco Umschulungsmaßnahmen bereitstellen, um eine Kündigung in diesen Fällen zu vermeiden.

"Diese Umschulungsmaßnahmen haben den Charakter einer Art Implacement-Stiftung, das heißt, Emco bietet für das Unternehmen maßgeschneiderte Ausbildungen für die Mitarbeiter an, um sie so weiter beschäftigen zu können", so Blachfellner.

Der Salzburger Maschinenbauer Emco zählt zu den führenden Werkzeugmaschinenherstellern in Europa. Innovative Produkte, hohe Fertigungsqualität und ansprechendes Design sind wesentliche Erfolgsfaktoren des Unternehmens, das in den Bereichen Intelligente CNC-Technologien sowie Training und Know-how-Transfer tätig ist. Emco steht zu 100 Prozent im Eigentum des österreichischen Industriellen Mirko Kovats, zu dessen Gruppe u.a. auch die ATB Austria Antriebstechnik und die Austrian Energy & Environment zählen.
(apa, red)

25.2.2004 12:34