YLine-Pleite: IBM blockiert den Zwangsausgleich
- Der Computerkonzern erwägt die Einschaltung der Gerichte
- YLine soll bei Firmenzukäufen 36 Mio. Euro zuviel gezahlt haben
Der Zwangsausgleich der insolventen YLine AG wird aller Voraussicht nach nicht zustande kommen. IBM-Sprecher Christian Rothmüller hat am Dienstagnachmittag auf APA-Anfrage erklärt: "Wenn der Zwangsausgleich wirklich droht, sprich wenn das Handelsgericht einen Tagsatzungstermin festsetzt, werden wir eine Feststellungsklage einbringen." Damit erhöhen sich die Verbindlichkeiten der YLine um weitere 16 Mio. Euro auf rund 24 Mio. Euro. Da dem bisher nur ein Massevermögen von 2,4 Mio. Euro gegenübersteht, wäre die Mindestquote von 20 Prozent nach derzeitigem Stand nicht mehr erreichbar.
Grundlage für die IBM-Forderung ist eine offene Rechnung für 30.000 an YLine gelieferte PCs. Sollte IBM seine Forderung durchbringen, wäre der von Ex-YLine-Chef Böhm beantragte Zwangsausgleich hinfällig: Die notwendige Mindestquote von 20 Prozent wäre dann angesichts des verbliebenen Massevermögens - nach derzeitigem Stand 2,4 Mio. Euro - nicht mehr erreichbar.
"Wir können mitteilen, dass IBM weder beabsichtigt noch gewillt ist auf diese Forderungen zu verzichten. Vielmehr erwägt IBM, soweit weiterhin eine Weigerung des Masseverwalters auf Anerkennung der IBM Forderung erfolgt, diese Forderungen zum gegebenen Zeitpunkt auch unter Einschaltung der Gerichte geltend zu machen", betonte der Konzern und bekräftigte neuerlich, dass IBM Österreich im Rahmen des gegenwärtigen Insolvenzverfahrens der Yline keinerlei Vorteile erhalten" habe.
IBM hat seine Forderungen auch tatsächlich bereits 2001 "vollumfänglich beim Konkursgericht angemeldet". Der Masseverwalter hat in einem ersten Schritt, wie berichtet, diese Forderung bestritten. Ein durch das Konkursgericht bestellter Sachverständiger, so IBM, habe in seinem Gutachten jedoch das Bestehen von IBM-Forderungen in Höhe von 13,6 Mio. Euro in der YLine-Bilanz bestätigt. Außerdem soll laut dem Zwangsausgleichsantrag Böhms auch der Masseverwalter bereits angedeutet haben, dass diese Bestreitung nicht aufrechterhalten zu sei - gesetzt den Fall, dass IBM eine Feststellungsklage tatsächlich einbringen sollte, was IBM bisher jedoch noch nicht gemacht hat.
Die endgültige Entscheidung, ob es zu einem YLine-Zwangsausgleich kommt, soll Ende März/Anfang April fallen. Zuletzt hat ein Gutachten im Auftrag des Masseverwalters festgestellt, dass YLine für übernommene Firmen um mindestens 36 Mio. Euro zuviel gezahlt haben soll. Neue Klagen gegen einzelne Verkäufer, Wirtschaftsprüfer und die YLine-Vorstände sind anhängig. Geht der Zwangsausgleich durch, wären die eingebrachten Klagen ebenso wie die laufenden Untersuchungen hinfällig. (APA/Red.)
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