"Linz 2010": "Grünes Licht" für Voest-Megainvestition
- Kapazitätsausweitung, mehr Arbeitsplätze & weniger Schadstoffe
- voestalpine-Deal: Tochter VAE kaufte französische Firma
·voestalpine
Tochter VAE kauft französische Firma
"Grünes Licht" gibt es für die geplante Megainvestition der voestalpine AG in ihrem Werk in Linz. Umweltlandesrat Rudi Anschober gab in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit voestalpine Stahl-Chef Wolfgang Eder am Dienstag bekannt, dass der Bescheid der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Projekt "Linz 2010" in der Landesregierung einstimmig beschlossen worden sei. Damit kann das Unternehmen zunächst einmal eine Milliarde Euro in die Kapazitätsausweitung, die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen und eine Verringerung der Schadstoffemissionen investieren.
Das Projekt sieht in der Stufe 1 die Erhöhung der Rohstahlkapazität von 4 auf 4,7 Mio. Jahrestonnen sowie die technische Grundkonzeption für eine spätere Erhöhung auf 5,2 Mio. Jahrestonnen - insgesamt plus 30 Prozent - vor. Dazu sind auch Kapazitätssteigerungen bei der Roheisenproduktion, der Sinteranlage, beim Warmwalzwerk und beim Kraftwerk notwendig. Dafür wurde die Vollgenehmigung nach dem UVP-Gesetz erteilt.
450 zusätzliche Arbeitsplätze
Für eine Stufe 2a, die im wesentlichen Prozesse zur Rohstahlbehandlung sowie zur Behandlung des Stahlwerkstaubes im Zusammenhang mit der Kapazitätserhöhung umfasst, wurde eine Grundsatzgenehmigung erteilt. Die Investitionskosten betragen rund eine Mrd. Euro, rund 450 zusätzliche Arbeitsplätze werden damit geschaffen.
Die Stufe 2b - Investitionskosten eine weitere Milliarde und über 500 zusätzliche Arbeitsplätze - wurde im UVP-Verfahren nicht behandelt. Die Errichtung der dabei geplanten Einrichtungen - unter anderem Feuerverzinkungs- und Bandbeschichtungsanlagen - hänge von der Marktentwicklung und davon ab, wie viele Emissionszertifikate dafür zu erwerben seien, machte Eder aufmerksam.
Die voestalpine sei bereit und in der Lage, Zertifikate für rund 300.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich zu kaufen, während andere Stahlwerke in Europa von ihren Regierungen vermutlich kostenlose Zertifikate bekommen würden. Das würde das Unternehmen jährlich etwa vier Mio. Euro kosten. Mehr sei nicht zu finanzieren; sollte es nicht zu dieser Lösung kommen, werde es keinen weiteren Ausbau in Linz geben können. Der Konzern würde hochgerechnet auf das Jahr 2007 österreichweit rund 12,2 Mio. Tonnen Kohlendioxid produzieren.
Landesrat Anschober betonte, in der UVP sei trotz einer Produktionserhöhung eine drastische Verringerung unter anderem der Staub- und Schwermetallemissionen erzielt worden. Darüber hinaus seien umfangreiche Messungen und Untersuchungen vorgeschrieben worden. (APA/Red.)
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