Nationalbank drängt: Banken sollten Zahlungsverkehr bündeln
- Vizegouverneur Duchatczek beziffert Synergie-Potenzial auf 80 Mio. Euro
- "Sollte für alle offen sein"

Der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sind Einzelkooperationen im Zahlungsverkehr der Banken offenbar zu wenig. Die Notenbank drängt auf eine große gemeinsame Lösung, die "für alle Marktteilnehmer gleichermaßen offen" sein müsste.
Im Vorfeld einer Diskussion der Bankenvorstände in der Stuzza (Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr) über eine gemeinsame Zahlungsverkehrsinfrastruktur am 22. März drängte heute OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek auf eine Entscheidung.
"Österreich", so Duchatczek, "habe die besten Chancen, im europäischen Wettbewerb als einer von 3 bis 4 zentralen Zahlungsverkehrsknoten hervorzugehen." Die mit rund 27 Prozent Marktanteil führende Stellung der österreichischen Banken in den zentraleuropäischen EU-Beitrittsstaaten sei ein Standortvorteil. Der müsse rasch genutzt werden. Voraussetzung dafür sei allerdings die "Bereitschaft der Banken, ineffiziente Parallelstrukturen und inkompatible EDV-Systeme im unbaren Zahlungsverkehr zu bereinigen", um die auf bis zu 80 Mio. Euro geschätzten Synergiepotenziale lukrieren zu können.
Vor diesem Hintergrund, so Duchatczek, seien die jüngsten Ankündigungen einiger Banken in Teilbereichen künftig kooperieren zu wollen zwar "als Schritt in die richtige Richtung" zu werten.
Das tatsächlich vorhandene Synergiepotenzial könne allerdings nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn gemeinsame Lösungen wettbewerbsneutral, für alle Marktteilnehmer gleichermaßen offen seien und in Anbetracht der EU-Erweiterung auch rasch genutzt werden, betonte der Notenbank-Vizechef.
Vorige Woche haben wie berichtet BAWAG P.S.K. und Erste Bank formell die Verträge zur Bündelung ihres Zahlungsverkehrs unterschrieben. Zuerst geht es um den Auslandszahlungsverkehr und den elektronischen Inlandszahlungsverkehr. In einer zweiten Phase kommt der beleghafte Inlandzahlungsverkehr dazu. Verhandelt wurde in Österreichs Banken seit 15 Jahren um eine solche Kooperation. In der Kooperation der beiden Häuser werden 40 Prozent der Zahlungsverkehrstransaktionen Österreichs abgewickelt.
(apa, red)
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