Mittwoch, 25. Februar 2004

Nach Kahn-Patzer: Köpke unterstützt Lehmann im Tormann-Streit

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Jens Lehmann erhält im deutschen Tormann-Streit mit Oliver Kahn prominente Unterstützung. Ex-Teamtorhüter Andreas Köpke, 1996 mit Deutschland Europameister, hält die öffentlich angemeldeten Ansprüche von Arsenal-Goalie Lehmann nicht nur grundsätzlich für legitim, sondern nach dem neuerlichen Fehler von Bayern-Keeper Kahn im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid (1:1) auch sportlich für gerechtfertigt.

"Kahn muss es sich eingedenk der bisherigen Saison gefallen lassen, dass sein Status hinterfragt wird", schrieb Köpke in einem Beitrag für das Fußball-Fachmagazin "kicker". Köpke erwartet im Hinblick auf die EM im Sommer von DFB-Teamchef Rudi Völler eine klare Entscheidung über die Torhüter-Rangfolge im Nationalteam: "In den nächsten Wochen wird und muss sich Rudi Völler im Hinblick auf die EM auf eine Hierarchie festlegen, die dann alle Beteiligten klaglos zu akzeptieren haben. Wer also Probleme hat, die Nummer 2 oder 3 zu sein, darf nicht mit nach Portugal fahren."

Kahn schenkte Real einen Punkt
Aus der Mannschaft kam kein Vorwurf, sogar die entzauberten Stars von Real Madrid äußerten Mitgefühl statt Häme - nur Franz Beckenbauer kannte kein Pardon mit dem gefallenen Helden. "Ich kann nur hoffen, dass der Oliver Kahn in Madrid so gut hält, dass er den Fehler wieder gut macht", sagte ein verärgerter "Kaiser" nach dem unglücklichen Verlusttreffer.

Erst am Tag nach dem "Blackout", der fatal an den Fehlgriff im WM-Finale 2002 gegen Brasilien erinnerte, stellte sich ein nachdenklicher und trauriger Kahn den Medien und gab seinen Teamkollegen ein Versprechen für das Rückspiel in zwei Wochen: "Das Spiel in Madrid muss ich alleine gewinnen."

Kahn suchte keine Ausreden für den Anfängerfehler beim 30-m-Freistoß von Roberto Carlos, als er behäbig zu Boden fiel und den Ball praktisch selbst ins Netz bugsierte: "Wenn dieses Tor zum Ausscheiden führt, übernehme ich die volle Verantwortung."

Spanien spottet über den Teamgoalie
Für die um deutliche Worte nicht verlegene spanische Presse gab der DFB-Teamgoalie nach seinem Fehler die perfekte Zielscheibe ab. "Weine nicht, Kahn", spottete "Marca", nach dem "galaktischen Gefallen" ("El Pais").

"As" schrieb gar: "Er ging wie eine alte, schwangere Frau zu Boden. Danke, Alter! Ausgerechnet der alte Kahn, der gehasste, hässliche und unsympathische Feind, bereitet Real die einzige Freude des Abends."

(apa/red)

25.2.2004 16:07