Dienstag, 24. Februar 2004

CL-Achtelfinale: Verpatztes Jubiläum für Man United

  • Auch Juve und Stuttgart stehen im Rückspiel unter Druck
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Für Manchester United und Manager Sir Alex Ferguson ist das Champions-League-Jubiläum ordentlich in die Hose gegangen. ManU unterlag im 100. Champion-League-Match der Klubgeschichte im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Porto 1:2 und schlitterte noch ein Stück mehr in die Krise, denn spielerisch zeigte sich der englische Meister schlecht wie schon lange nicht mehr. "Das Wichtigste ist, dass wir trotzdem eine gute Aufstiegschance haben", hielt Ferguson trotz der Niederlage die Fahnen hoch.

Er ist der erste Trainer, der mit einer Mannschaft 100 Partien in der europäischen Königsklasse absolviert hat. Und der Schotte ist nach wie vor siegessicher: "In einer richtigen Europacup-Nacht in Manchester zu bestehen ist nicht einfach. Das weiß auch Porto." Und Porto-Coach Jose Mourinho, dessen Team 21 Torchancen produzierte, ärgerte sich deswegen über die vergebenen Möglichkeiten: "Wir hätten sie killen können."

Rote Karte schwächt ManU
Fehlen wird im Rückspiel Roy Keane. Der irische Mittelfeldspieler handelte sich mit einer Tätlichkeit gegen Porto-Keeper Vitor Baia die elfte Rote Karte seiner United-Karriere ein. "Das ist nicht Roys Art, so etwas zu machen. Der Tormann hat mehr daraus gemacht als es wirklich war", ärgerte sich Ferguson über die Hinausstellung.

Angesichts der prekären Personalsorge bei ManU ist dies auf jeden Fall ein weiterer herber Tiefschlag, der noch dazu von den portugiesischen Medien mit Spott und Hohn quittiert wurde. "Ferguson hatte behauptet, Porto hole sich die portugiesischen Titel wie im Supermarkt. Nun ist man ihm mit dem Einkaufswagen ins Auto gefahren", stellte das Blatt "O Jogo" süffisant fest.

Die "Alte Dame" muss zittern
Auch Vorjahresfinalist Juventus Turin muss sich nach dem 0:1 in La Coruna Einiges gefallen lassen. "Juve hat schon vor Jahren aufgehört, Fußball zu spielen. Aber die Turiner haben einen Gewinnerinstinkt in ihren Genen", urteilte das spanische Blatt "El Pais".

Darauf setzt auch Juve-Coach Marcello Lippi, der so wie ManU-Kollege Ferguson rosa sieht: "Wir haben ziemlich schlecht gespielt, aber in Turin wird alles ganz anders." Die Italiener müssen im Rückspiel auf Torjäger David Trezeguet verzichten, der Franzose musste in der Pause mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden.

Chelsea holt Stuttgart in die Realität zurück
In Stuttgart scheinen die "Schwäbische Festwochen" langsam aber sicher vorüber zu sein. Wie geprügelte Hunde schlichen die Profis des VfB Stuttgart nach dem bitteren 0:1 gegen Chelsea vom Platz.

Die Euphorie ist bei nur einem Sieg in den letzten elf Spielen endgültig verflogen, nachdem sich die Stuttgarter nun nicht wie erhofft das Selbstvertrauen zurückholen konnten. "Wir haben eine unglückliche Phase, da müssen wir jetzt durch", meinte Ex-Sturm-Graz-Spieler Horst Heldt.

Der portugiesische Abwehrspieler Fernando Meira wird die Europacup-Spiele gegen britische Teams in dieser Saison besonders in Erinnerung behalten: Bei der 1:2-Niederlage in Glasgow verschuldete Meira den Ausgleich. Beim 2:1 zu Hause gegen Manchester United verschoss er einen Strafstoß. Und dieses Mal lenkte er eine Hereingabe von Glen Johnson ins eigene Tor (12.). Offen ausgesprochene Vorwürfe gab es aber nicht.

Ein historischer Sieg gelang Olympique Lyon mit dem 1:0 auswärts gegen Real Sociedad. Für die Franzosen war es der erste Sieg auf spanischem Boden, für die Spanier die erste Europacup-Heimniederlage seit 1975.

(apa/red)

24.2.2004 14:24