Freitag, 27. Februar 2004

Kranjska Gora: Miller siegt und übernimmt Weltcup-Führung

  • Schieppati (ITA) auf Platz zwei, Gruber als bester Österreicher Sechster
  • Herminator landet auf Rang 12, Raich nach verpatztem 1. Lauf nur 17.

Bode Miller war am Samstag der große Sieger des Weltcup-Riesentorlaufs in Kranjska Gora. Der US-Amerikaner fuhr in Slowenien seinen zwölften Weltcup-Sieg ein und stürmte damit auch an die Spitze des Gesamt-Weltcups, gleichzeitig übernahm der 26-Jährige Platz eins im Riesentorlauf-Weltcup. Im Kampf um die "Große Kristallkugel" führt Miller nun acht Punkte vor Hermann Maier und 85 Zähler vor Benjamin Raich. Das ÖSV-Spitzenduo Maier und Raich kam am Samstag nach durchwachsenen Fahrten nicht über die Ränge zwölf bzw. 17 hinaus.

Miller fuhr seinen sechsten Saisonsieg, damit ist der US-Boy auch in dieser Kategorie Nummer eins, und den sechsten RTL-Weltcup-Erfolg seiner Karriere mit 0,25 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Alberto Schieppati nach Hause. Für die Österreicher war kein Platz auf dem Podest, den dritten Rang teilten sich stattdessen ex aequo der Italiener Alexander Ploner und der Schwede Fredrik Nyberg (jeweils
+0,60).

ÖSV-Schwachstelle Riesentorlauf
Rot-Weiß-Rot musste im siebenten von acht Saison-Riesentorläufen eine Niederlage einstecken. Christoph Gruber, nach dem ersten Durchgang nur 17., wurde als bester ÖSV-Fahrer Sechster (+0,90), direkt dahinter landete Stephan Görgl auf Rang sieben (+0,98). Die Überraschung des Tages lieferte Freddy Rech mit Rang fünf, der Franzose hatte zuvor noch keinen einzigen Weltcup-Punkt geholt.

Hermann Maier legte einen seiner besseren Riesentorläufe in dieser Saison hin - eine Steigerung gegenüber den Auftaktrennen ist unübersehbar. Vor allem im "Finale" war der Salzburger schnell unterwegs - zumindest nach eigener Ansicht. "Der Lauf ist mir nicht so schlecht vorgekommen. Ein bisschen kurios ist das schon", wunderte sich der 31-Jährige, dass "nur" Rang zwölf herauskam. Probleme hatte der "Herminator" bereits am Freitag bei der Einreise gehabt. Maier hatte seinen Reisepass vergessen und blitzte trotz aller Popularität am Grenzübergang Wurzenpaß ab. Der Flachauer übernachtete darauf in Österreich und ließ sich sein Reisedokument aus der Heimat nachbringen.

Miller für Raich der große Favorit
So wie für Maier gibt es nun auch für Benni Raich, der sich seinen 26. Geburtstag sportlich eine Spur erfolgreicher vorgestellt hatte, einen großen Favoriten: Bode Miller. "Er hat jetzt die besten Karten, für ihn läuft es derzeit wie am Schnürchen", erklärte der Pitztaler, auf den bereits am Sonntag im Slalom das nächste Duell mit Miller wartet. Maier fügte jedoch hinzu, dass es seiner Meinung nach bis zuletzt spannend bleiben wird: "Vor dem Weltcup-Finale wird es wohl keine Entscheidung geben."

Immer besser in Fahrt kommt der Tiroler Christoph Gruber, der wie bereits vor zwei Wochen in Adelboden (Platz 3) bester Österreicher im Riesentorlauf war. "Ich habe mich gut auf die schwierigen Verhältnisse eingestellt und den zweiten Lauf von oben bis unten gut erwischt", jubelte der Schwazer, der den Saisonauftakt vollkommen verpatzt hatte.

(apa/red)

27.2.2004 13:54