Kärnten-Wahl: Haider oder Ambrozy die primäre Frage
- FPÖ will bis zum 7. März noch Boden gutmachen
- SPÖ gibt sich siegessicher - Verluste für ÖVP erwartet
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Übernimmt Jörg Haider wieder die FPÖ?
Der Wahlkampf in Kärnten hat sich in den letzten Tagen vor dem Urnengang am 7. März vor allem dank der Bestrebungen der FPÖ nahezu ausschließlich zu einem Persönlichkeitsduell zwischen dem amtierenden Landeshauptmann Jörg Haider und seinem SPÖ-Herausforderer und Vorvorgänger Peter Ambrozy zugespitzt. Die Tatsache, dass eigentlich 36 Abgeordnete zum Landtag gewählt werden, ist völlig in den Hintergrund gedrängt worden.
Dass das Kräfteverhältnis im Landtag auch die Zusammensetzung der Landesregierung bestimmt, ist damit ebenfalls kein Thema. Sowohl im Wahlkampf von FPÖ als auch von SPÖ und ÖVP geht es augenscheinlich nur um die Frage des Landeshauptmannes. Bemerkenswert ist dabei die Festlegung der ÖVP-Spitze, weder Haider noch Ambrozy wählen zu wollen. Beim FPÖ-Landeshauptmann wolle man sogar die Wiederwahl - mit Hilfe diverser Möglichkeiten im Landesparlament - verhindern. Der Volkspartei scheint diese Festlegung sowie der scharfe Gegenwind von Bundesseite aus aber nicht gut zu tun: Alle Umfragen sagen der Partei Georg Wurmitzers und der Spitzenkandidatin Elisabeth Scheucher Verluste voraus.
Die Freiheitlichen, die im Laufe des Wahlkampfes der laut Umfragen von Anfang an dominierenden SPÖ immer näher gekommen sind, wollen in den verbleibenden neun Tagen bis zur Wahl alles daran setzen, um am Schluss doch noch ihre Nummer-Eins-Position verteidigen zu können. Dazu erhoffen sie sich in erster Linie jene Stimmen, denen die ÖVP verlustig gehen könnte. Befürchtet wird jedoch, dass diese Wähler möglicherweise zu einem großen Teil der Wahl fernbleiben könnten und dies im Endeffekt dann der SPÖ zugute kommen würde. Deren Proponenten geben sich jedenfalls durchwegs siegessicher, die FPÖ wieder von der Spitze verdrängen zu können und Ambrozy zu einer zweiten Amtszeit - er war schon nach dem Rücktritt Leopold Wagners (S) von 1988 bis 1989 Regierungschef - zu verhelfen.
Geteilt ist die Meinung der politischen Beobachter, ob die Grünen trotz der hohen Mandatshürde erstmals den Einzug in den Landtag - mit Ausnahme Kärntens haben sie es schon überall geschafft - zu Stande bringen werden. Möglich wäre dies, wenn überhaupt, nur im Wahlkreis Klagenfurt, wo die Umweltpartei bei der vergangenen Gemeinderatswahl sowie der Nationalratswahl schon sehr gut abgeschnitten hatte.
Wahlberechtigt sind 425.289 Kärntner (1999: 420.344), 223.090 Frauen und 202.199 Männer. Laut dem neuen Wahlrecht können auch alle wählen, die erst am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben.
In vier Wahlkreisen werden die insgesamt 36 Mandate vergeben. Um in den Landtag einziehen zu können, benötigt eine Partei ein Grundmandat in einem Wahlkreis, es gilt das Verhältniswahlrecht.
Fünf Listen kandidieren landesweit: Die FPÖ mit Haider als Spitzenkandidat, die SPÖ mit LHStv. Ambrozy, die ÖVP mit der Nationalratsabgeordneten Scheucher, die Grünen mit ihrem Landessprecher Rolf Holub und die KPÖ-Junge Linke mit der Studentin Judith Götz. Nur im Wahlkreis 3 (Villach-Stadt und Land) kandidiert die SAU-Partei (Sicher-Absolut-Unabhängig) des Gastwirtes Franz Radinger.
Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Bei der Landtagswahl am 7. März 1999 erreichte die FPÖ 42,06 Prozent der Stimmen (16 Mandate), die SPÖ kam auf 32,86 Prozent (12), die ÖVP erhielt 20,74 Prozent (8), die KPÖ 0,41 Prozent, das Wahlbündnis Demokratie 99 von Grünen, Slowenischer Einheitsliste, LIF und VGÖ erreichte 3,93 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,6 Prozent. FPÖ und SPÖ schafften je drei Regierungssitze, die ÖVP einen. (apa)
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