Sonntag, 29. Februar 2004

Milliarden-Provisionen: Saddam kassierte von Firmen

  • Auch Unternehmen aus Europa verstießen gegen UNO-Sanktionen
  • Bargeld wurde in Koffern im Ministerium abgeliefert

Die Regierung des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein hat einem Zeitungsbericht zufolge Provisionen in Milliardenhöhe von ausländischen Firmen kassiert, die im Irak Geschäfte betrieben.

Unter Verstoß gegen die UNO-Sanktionen hätten Unternehmen aus aller Welt nicht selten großen Bargeldsummen in Koffern direkt bei den Ministerien abgeliefert, berichtete die "New York Times" am Samstag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf beteiligte Regierungsvertreter. Die Gelder seien dann über ein Netz ausländischer Banken weitergeleitet worden. Saddam habe für die Provisionen Mitte 2000 ein regelrechtes System eingeführt. Auf dieses Weise könnten 2,3 Milliarden Dollar eingenommen worden sein, hieß es in dem Bericht.

Die UNO hatte nach dem Golfkrieg 1991 umfassende Wirtschaftssanktionen gegen den Irak verhängt, die den Export zahlreicher Güter in den Irak untersagten. Der "New York Times" zufolge gehörten zu den Lieferanten in den Irak Unternehmen aus Europa, Russland, China und dem Nahen Osten. (apa)

29.2.2004 09:09