Hamburg-Wahl: CDU holt sich die absolute Mehrheit
- Merkel freut sich über positives Signal für langes Wahljahr
- Schwächstes Nachkriegsergebnis für SPD in Hamburg
Mit einem sensationellen Wahl-Triumph haben die deutschen Christdemokraten am Sonntag ihre Macht im Bundesland Hamburg verteidigt. Nach den ersten Hochrechnungen kann die CDU unter Bürgermeister Ole von Beust künftig allein regieren. Nach den Hochrechnungen wurde die CDU mit 46,9 bis 47,5 Prozent klar stärkste Partei und errang die absolute Mehrheit der Mandate. 2001 kam sie auf 26,2 Prozent.
Klare Verluste gab es die oppositionellen Sozialdemokraten unter Thomas Mirow. Sie sackten auf 30,2 bis 31,7 Prozent ab. 2001 waren sie mit 36,5 Prozent noch stärkste Partei geworden. Miro kündigte nach der Niederlage seinen Rückzug aus der Politik an. Die Grünen verbesserten sich von 8,6 auf 11,9 bis 12,6 Prozent.
Alle anderen Parteien lagen in den Hochrechnungen klar unter der Fünf-Prozent-Hürde. Zentraler Wahlverlierer ist der international als Rechtspopulist eingestufte Ronald Schill. Seine neue Partei lag bei 3,0 bis 3,5 Prozent und ist nicht mehr in der Bürgerschaft vertreten.
Auch die mitregierende FDP kam in der Hochrechnung nur auf 3,0 Prozent und verfehlt den Sprung ins Parlament. Schills ehemalige Partei Rechtsstaatlicher Offensive landete bei 0,5 Prozent. Mit dieser Partei hatte Schill 2001 sensationell 19,4 Prozent errungen.
Nach ersten Wahl-Analysen profitierte die CDU von der großen Popularität Beusts sowie von der guten Stimmungslage für die Union im Bund und von der großen Unzufriedenheit mit der Bundesregierung.
Die SPD stürzte auf ihr schwächstes Nachkriegs-Ergebnis. Die Niederlage bei der ersten von 14 Regional- und Kommunalwahlen 2004 bedeutet auch einen Rückschlag für Bundeskanzler chröder. Der angekündigte Wechsel im SPD-Parteivorsitz von Schröder zu Fraktionschef Franz Müntefering wirkte sich nicht positiv aus. (APA)
