Samstag, 28. Februar 2004

Mazedonien: Vor Wahl eines neuen Präsidenten

  • Trajkovski starb bei Flugzeugabsturz in Bosnien-Herzegovina
  • Regierung will Arbeit Trajkovskis weiterführen

Zwei Tage nach dem Tod des mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski haben am Samstag die Vorbereitungen für die Wahl seines Nachfolgers begonnen. Die Regierung versicherte, sie werde Trajkovskis Bemühungen zur Beilegung der ethnischen Spannungen im Land fortsetzen.

Rechtsexperten sollen zu der Vorgabe der Verfassung Stellung nehmen, wonach innerhalb von 40 Tagen ein neuer Präsident gewählt werden muss. Aus Regierungskreisen verlautete, das Komitee solle klären, ob das neue Staatsoberhaupt innerhalb dieser Frist lediglich gewählt oder auch in das Amt eingeführt werden müsse.

Trajkovski war am Donnerstag bei einem Flugzeugabsturz in Bosnien- Herzegowina ums Leben gekommen. Der 47-jährige Präsident war auf dem Weg zu einer internationalen Investitionskonferenz in Mostar. Seine Leiche sowie die seiner sechs Begleiter und der beiden Piloten sollten am Wochenende identifiziert werden. Nach Angaben eines mazedonischen Staatsanwalts vor Ort konnte der Flugschreiber umgehend geborgen werden.

Die nationalistische Oppositionspartei VMRO deutete am Freitag in einer Stellungnahme an, bei dem Absturz habe es sich eventuell nicht um einen Unfall gehandelt. Die Partei forderte die umgehende Einsetzung eines Sonderkomitees zur Untersuchung der "unklaren Umstände des Todes von Präsident Trajkovski". (apa)

28.2.2004 10:14