Trauer um Fluglotsen: Flugzeug-Starts wurden ausgesetzt
- Trauerbotschaft und Schweigeminute: Auch Fluglotsen in Österreich beteiligten sich
Zum Gedenken an den in der Schweiz ermordeten Fluglotsen ist am Freitag auf zahlreichen europäischen Flughäfen für eine Minute der Funkverkehr eingestellt worden. Mit der Aktion sollte nach Angaben der Schweizer Fluglotsenverbände auch an die Opfer des Flugzeugunglücks von Überlingen erinnert werden, für das der ermordete Peter Nielson nach vorläufigen Ermittlungen mitverantwortlich gemacht wird.
Auf den Schweizer Airports wurden sämtliche Starts für eine Minute ausgesetzt, in Spanien unterbrachen die Fluglotsen ihre Arbeit sogar für 20 Minuten. Auch die Fluglotsen in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Tschechien beteiligten sich an der Schweigeminute. Wie Peter Schmidt von Austrocontrol der APA erklärte, wurde danach über die Piloten-Frequenz eine Botschaft durchgegeben.
Fluglotse wurde ermordet
Die Gedenkminute am Mittag sollte mit der Beerdigung Nielsons in Dänemark zusammenfallen. Der 36-Jährige war am 24. Februar vor seinem Haus in Kloten bei Zürich erstochen worden. Für die Tat wird ein 48-jähriger Russe verantwortlich gemacht, der bei dem Flugzeugunglück von Überlingen am 1. Juli 2002 seine Frau und zwei Kinder verloren hatte. Der Architekt weist den Mordvorwurf zurück.
71 Menschen starben bei Jet-Zusammenstoß
Nielson saß bei dem Zusammenprall eines russischen Passagierflugzeugs mit einer DHL-Frachtmaschine, der 71 Menschen das Leben kostete, allein im Kontrollturm. Vorläufigen Untersuchungsergebnissen warnte er die beiden Piloten erst eine Minute vor dem Unglück vor dem drohenden Zusammenstoß und erteilte dem russischen Piloten falsche Anweisungen für ein Ausweichmanöver.
(apa/red)
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