Dienstag, 24. Februar 2004

Powell drängt: USA wollen Friedensplan für Haiti retten

  • Plan wird von Opposition abgelehnt, da er keinen Rücktritt von Präsident Arisitde vorsieht

Die USA bemühen sich weiter fieberhaft um eine politische Lösung des blutigen Machtkampfs in Haiti. Auf Drängen von US-Außenminister Powell erklärte sich die Opposition am Montag bereit, ihre formelle Antwort auf einen internationalen Friedensplan um 24 Stunden auf Dienstag zu verschieben. Der Plan stößt bei der Opposition auf Ablehnung, da er keinen Rücktritt von Präsident Aristide vorsieht.

Oppositionsführer Evans Paul sagte, mit der Fristverlängerung habe Powell vielleicht etwas mehr Zeit, seine Position noch einmal zu überdenken und uns die gewünschten Zusicherungen zu geben. Aristide selbst erklärte sich bereits am Wochenende bereit, wie im Friedensplan gefordert die Regierungsmacht mit der Opposition zu teilen. Die Opposition lehnt dies jedoch als unzureichend ab.

Der Friedensplan beruht auf einer Initiative der Karibikstaaten und wird auch von Kanada, der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Europäischen Union unterstützt.

Wie aus diplomatischen Kreisen verlautete, arbeiten die USA möglicherweise doch auf eine Ablösung Aristides hin. Washington suche nach einem ehemaligen Offizier, der die moralische Autorität habe, Haiti bis zur Bildung einer Übergangsregierung zu führen.

Die Rebellen in Haiti wollen binnen zwei Wochen das ganze Land unter ihre Kontrolle bringen. Nach der Einnahme von Cap-Haitien, der zweitgrößten Stadt des Karibikstaates, kündigten die Aufständischen die Erstürmung der Hauptstadt Port-au-Prince an. Dort errichteten Anhänger von Präsident Aristide am Montag brennende Barrikaden.

Das Rote Kreuz warnte am Montag vor einem Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung in Haiti. Haiti sei eines der ärmsten Länder der Welt, jeder Gewaltausbruch führe zu Chaos. (apa)

24.2.2004 08:18